- „Wer dem Tod begegnet, verliert die Angst davor“
- Intuition - Gefühlswissen - Herzdenken
- Der Ruf nach geistiger Erneuerung
- DEFINITION und Bedeutung von verwendeten Begriffen
- Vom nostalgischen Wunschdenken hin zu den Wirklichkeiten
- DEFINITION „Moral“ und „Ethik“
- DEFINITION „Synthese“
- Vatikan: Für eine gemeinsame Weltethik
- Gemeinsame Ethik Asiens und Europas
- PSYCHISCHE ENERGIE: Sicherheit ist nur in den Türmen des Geistes!
- Islam zwischen Tradition und Moderne
- Grundverständnis: Die Notwendigkeit der Bewußtseinserweiterung
- Grundverständnis: Die Begriffe "Religion" und "Kirche"
- Grundverständnis: Begriffe im Islam
- Von „Anderen” – Religionen, Weltanschauungen, Konfessionen o.ä. – lernen?!
- "Frieden lernen!"
- Islam - eindeutige ethische Grundhaltung
- Christentum und Islam - beide müssen geistes-wissenschaftlicher werden
- Begriffe im Islam - "Djihad", "Scharia"
- JESUS – eine wissenschaftliche Betrachtung
- Das kosmische Feuer – an der Schwelle
- Die Bedeutung der Künste für die Zivilisation und die Verantwortung des Künstlers“
- "Geistige" oder "geistliche" Gemeinsamkeit?
- Fundamentale Wahrheit aller großen Welt-Religionen
- Russisch-orthodoxe Kirche: ethisch-interkulturell - dynamisch unterwegs
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Eine derzeit (10/2007) in Ägypten auf breiter Grundlage, zwischen Muslimen und Christen, Gelehrten bzw. Theologen und Gerichten „tobende Diskussion“ hinsichtlich der Frage: "Religionswechsel eines Islam-'Gläubigen' (Muslime)" verdeutlicht beispielsweise einen „inner-konfessionellen“ Streitpunkt. Frage: Kann ein Islam-“Gläubiger“ (Muslim) Diese Frage besteht grundsätzlich für Mitglieder aller religiösen Kulturgruppen, die traditionell oder sich erst später für eine Mitgliedschaft in einer bestimmten Religionsgemeinschaft entschieden haben. Die mitteleuropäische Tradition zeigt unter der Geistesdiktatur des Vatikans bis zur Aufbrechen dieser durch den Protestantismus eine absolut radikale Haltung, die jeden religiös „Fahnenflüchtigen“ als „vogelfrei“ erklärte – der von jedermann jederzeit getötet werden durfte, ohne daß ein solcher Mord unter die Klassifikation einer Sünde fiel. Eine Versachlichung, Liberalität und demokratische Entscheidungsfreiheit hin zu einer zunehmend zu gewährenden Selbstverantwortung entstand für jedermann – in Europa – erst mit dem Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert und dem Erscheinen sozialpolitisch wie charakterlich aufgeklärter, kulturell-ethisch geprägter und bestrebter Herrscher (Kaiser, Könige – wie Napoleon, Friedrich II. von Preußen u.a.). Diese hoben das bis dahin mehr oder weniger tolerant praktizierte religiös-konfessionelle Besitzdenken, welches u.a. auch sämtliche Bürger, ob 'gläubig' oder 'nichtgläubig' im Staats- bzw. Machtgebiet umfaßte – welches zum Teil auch heute noch von den ehemaligen „Staatskirchen“ (England, Skandinavien, Spanien, Portugal, Italien) in Anspruch genommen wird – auf, und gewährten ihren Bürgern die 'freie Wahl“ ihrer Religion bzw. Weltanschauung als zu schützendes Grundrecht für jedermann. Dieses ohne Frage humanistisch-geistig positive Recht legt jedem Bürger natürlich auch die geistig-kulturelle Pflicht auf, sich über die Dimension der „Religion“ – ihren Sinn, Zweck, Ziel und Aufgabe – gründliche Gedanken zu machen, um sich dann für ein Angebot zu entscheiden. Dies setzt voraus, daß man die Religionssysteme grundsätzlich als geistige, sich auf die höheren Welten, auf die all-kosmischen Lebensgesetze, auf „GOTT“ bzw. auf den Kosmos (griechisch „Ordnung“), auf das Universum rück-beziehende Schulen, die gesetzmäßig zur Urquelle rückführen, versteht. Sollte man heute – was leider von einzelnen Religionsgruppen noch so mißverstanden wird – davon ausgehen, daß es für die Menschheit generell nur eine spezifische, 'alleinseligmachende' und dazu von „GOTT“ autorisierte Religions- oder Konfessionsgruppe gibt, dann hat die Menschheit ein Riesenproblem, welches sich ausschließlich auf der Ebene eines totalen, Erde und Menschheit vernichtenden Krieges lösen läßt! Inwieweit 'kann' daher ein Ex-Gläubiger, sofern von ihm erwünscht, sein – vielfach halbherzig empfundenes, nur äußerlich formell-traditionell praktiziertes – „Religionsverhalten“ aufgeben? Inwieweit kann er, sofern er von 'anderen' offiziellen Religionsgruppen als offizielles Mitglied an- bzw. aufgenommen wird, seine „Religion“ wechseln? Weltlich mag dieses zwar noch auf Widerstände stoßen. Die heute von Missionaren zahlreicher unterschiedlicher Kirchen/Sekten umworbenen „Afrikaner“ wechseln jedoch, je nach Geschenken und Vorteilen, vielfach jährlich, ihre 'Glaubenszugehörigkeit – ähnliches gilt für Mittel- und Südamerika! Geistige Gesetzmäßigkeit: Der Kosmos bzw. das all-kosmische Leben ist grundsätzlich bipolar angelegt – und der Mensch erreichte als geistige, physisch-materiell konzipierte Wesenheit eine Empfindungs- und Bewußtseinsebene, die ihn diese Bipolarität zwischen Geist und Materie in vielfacher Sicht spüren und entsprechend handeln läßt. Religion ist, sofern nicht als Konfession miß-verstanden, die kulturell höchste wie bedeutendste Wissenschaft! Jede Wissenschaft bedingt grundsätzlich kausales Denken, sich daraus ergebendes Verstehen, darauf aufbauendes Wissen und sich daraus ergebendes Handeln! AufgabeReligion jeder ist es daher, das Verständnis und Wissen um die Existenz und Weisheit der höheren, dem Menschen direkt nicht zugänglichen Ordnungswelten näher zu bringen, wozu geistige Schulung und Wissensbildung, besonders unter Berücksichtigung der Theologie, aber auch der Theosophie gehören! Das Bewußtsein des Menschen kann weder durch Diktat, noch durch Zwang, Dogma oder Dekret zu einem Erweiterungsschritt gezwungen werden. Allein geistig-wissensmäßig gepflegte, auf Freiwilligkeit fußende bestrebte Einsicht, Erkenntnis und durch Anwendung des Gelernten, Verstandenen zu machende Erfahrungen bilden den Weg, der leider oft über mystische Annahmen und nicht entsprechende Unterstellungen (Magie, Wunder- und Aberglauben) führt. Natürlich kann und darf es – aus religiösen wie geistesgesetzlichen Gründen – keine physische, gar von Gläubigen oder geistig-ethisch Wissenden, direkt oder indirekt vertretene physische Eliminierung geben! Wenngleich in zahlreichen Staaten die „Scharia“ als Hauptquelle staatlicher Gesetzgebung berücksichtigt wird, so hat kein Weltlehrer je Rache oder Zwang gepredigt, gar verbunden mit einer physischen Tötung. Selbst das Schicksal von 'Verrätern' regelt sich durch die höhere Lebensgerechtigkeit – durch höhere Schicksalsmächte, Rückwirkungen aus negativem Handeln, als Kismet, als Karma – von selbst. In diesem Verständnis, soll sich kein Mensch(!), weder direkt noch indirekt, seine Hände blutig machen! Selbst höchste Theologen des Islam haben den Abfall vom Islam zwar als „schwere Sünde“ bezeichnet – aber „diese Apostaten (Überläufer) zu bestrafen liege allein, am jüngsten Tag, bei Allah!“ – Im Hinblick auf westlich-kritische Bemühungen, aus der Vielzahl der Interpretationen und Auslegungen verschiedener muslim-spezifischer Quellen nicht unbedingt Friedvolles, gar Harmonisierendes zu finden, bleiben die Spannungen zwischen Christen und Muslimen, speziell in den Mischgebieten, bis auf weiteres erhalten. „In Ägypten“, so die zitierte Tageszeitung, „ist die koptische Kirchesehr darüber empört, wenn Christinnen den Glauben aufgeben um Muslime zu heiraten, denn der koptische Glaube verbietet interreligiöse Ehen und den Glaubenswechsel. Selbst Scheidung ist bei den Kopten verboten.“ – Allgemein ist man der Meinung, „daß derzeit ein 'Krieg der Kulturen' zwischen der islamischen und christlichen Welt tobe“. (Autonome, von Rom unabhängige christliche Kirche) Daß in einem solchen 'Krieg der Kulturen' allzu leicht und oft, die speziell zwischen Theologen zu pflegende höhere Verhaltens- und Dialogstruktur verlassen und trivial-unsachlich entgleitet, ist – auch heute noch – leider üblich. Grundsätzlich gilt: Sofern jemand geistig seine „Religion“, seinen Rückbezug zur Urquelle, seinen Willen der mit dieser verbundenen Lebensordnung entsprechen zu wollen, seine Integrationsbestrebung 'in Gott', in die universelle Ordnung und Einheitgeistig aufgibt, ist er vom Lebensquell abgeschnitten – und des Todes! Eine solche geistig entartete Lebenshaltung ist Selbstschwächung, Selbstzerstörung, ist geistiger Selbstmord. Solche Menschen sind krank, hilfebedürftig, partnerschafts- und gemeinschaftsunfähig – bis hin zu -gefährlich. Vorstehendes ergibt sich deswegen, weil mit der Abwendung von der geistigen „Überordnung“ auch die sozial-kulturelle Dimension verlassen bzw. abgelehnt wird! Zugleich muß aber sehr genau unterschieden werden zwischen weltlich organisiertem Religionsverständnis, welches auf 'rein' konfessionsgeprägte „Äußerlichkeiten“ wie Taufe, Kommunion, spezifische Kopfbedeckung u.a., bis hin zu „Beschneidung“ beruht – und geistig-innerlich-charakterlichem Bewußtsein. Aus der Perspektive der Religion, der Lehre und Dimension der Nächsten-Liebe ergibt sich die Pflicht zur religiös-brüderlichen Denk- und Handlungshilfe – zur Toleranz. Das große kosmische Gesetz der „Verschiedenartigkeit“ (in universeller Einheit) bedingt nicht nur unterschiedliche Fingerabdrücke, sondern auch eine individuelle geistige Ausprägung innerlich-spezifischer Potentiale! Diesem Gesetz der Individualität haben die Weltreligionen Anerkennung und Respekt zu erweisen – und haben somit einen geistigen Wanderer, der sich zu einer 'anderen' Religion hingezogen fühlt, konstruktiv zu begleiten. Auf keinen Fall dürfen Mitmenschen 'verurteilt', gar verdammt oder mit Sippenhaftung (Blutrache!) bedroht werden. Religion – welche auch immer – ist ein Synonym für Liebe! Das natürliche geistige Bedürfnis nach Wissen, nach Bewußtseinserweiterung, nach Verständnisvertiefung, bleibt jedoch als ein auf Ewigkeit im Menschen angelegtes unbegrenztes Prinzip bestehen! Die Religionen – hier als gesellschaftliche, geistig-religiöse wie geisteswissenschaftlich angelegte Wissens- und Führungsschulen zu verstehen – haben die vornehme, edle und höchste kulturelle Aufgabe und Pflicht, die Menschen bzw. ihre Gläubigen geistig zu führen, sie geistig zu begleiten, ihnen – speziell in Krisenzeiten – mit Rat und Tat zur Hand zu gehen! Es ist eine weltweit bekannte Tatsache, daß in allen Religionen sehr große geistige Unterschiede bei den jeweiligen Priestern, Lehrern und Unterrichtenden bestehen! Es ist daher jedermanns ethische Pflicht, sich bis zum 'richtigen' Lehrer durchzukämpfen. Aber selbst der beste konfessionsgebundene Lehrer wird bestimmte Glaubensbausteine, die von sämtlichen Gläubigen dogmatisch anzunehmen sind, nicht aufheben. Letzteres enthebt die Gläubigen nicht der Pflicht, „alles zu prüfen und das Beste zu behalten“! Damit verbunden ist ein Vergleich mit den Inhalten anderer Geistes- bzw. Religionsschulen – wodurch das 'von einander Lernen', der geistige „Austausch der Götter“ (Gottesvorstellungen) ein weiterführendes Prinzip wird. Dadurch kann man in seiner ureigensten Kulturgruppierung bleiben und für eine 'Ökumene' (brüderliche Gemeinschaftspflege mit und zu Andersgläubigen) tätig werden. Jeder nach Erfüllung und Bestätigung suchende Mensch erreicht auf seinem geistigen Weg wiederholt einen Punkt, der ihn für Irrtümer, Denk- und Verständnisfehler anfällig werden läßt. Daher betonten die Weisen aller Zeiten auch, daß „der Mensch irrt, solange er strebt“ (Goethe)! Grundlage dieser Feststellung ist das Gesetz der Evolution, welches notwendigerweise eine prinzipielle Unvollkommenheit des Menschen bedingt. „Selbst der Gerechteste fällt sieben mal am Tage“ betonte Jesus, verbunden mit der Aufforderung „wach“, aufmerksam, sorgfältig und genau zu sein, damit sich die Fehler- und Irrtumsrate reduziert. Wer nach eingehender herzensbezogener Prüfung zu einer 'anderen', das religiöse Verständnis vertiefenden Weltanschauung (Religion) findet und zu dieser – für ihn – 'besseren' Weltanschauung wechseln möchte, darf dabei nicht behindert werden! Bei einer solchen Entscheidung ist immer das Herz als Entscheidungs- und Führungsautorität zu fragen! Herzensentscheidungen können nicht falsch sein! Das kosmische Gesetz der Evolution läßt mit zunehmender Deutlichkeit erkennen, daß die Menschheit mit steigender Geschwindigkeit nicht nur auf eine technisch-zivilisatorische, sondern auch auf eine geistig-soziale wie religiös-weltanschauliche Vereinigung zusteuert. Letzteres heißt nicht, daß es in Zukunft nur „eine“ Einheitsreligion geben wird – aber die sich heute noch als verschieden verstehenden Religionen werden zunehmend ihre Gemeinsamkeiten und damit die Grundlage ihrer Brüderlichkeit erkennen! Daher geht es im Kern heute viel eher darum, das geistig Verbindende, ja Identische der Religionen (Weltanschauungen) zu sehen – und nicht darum, die „Religion“ zu wechseln und dabei, wie vielfach erfolgt, in eine Bewußtseinsschwächung oder gar -spaltung hineinzulaufen... (- wr -) |

