Grundverständnis: Begriffe im Islam

Grundsätzlich gilt es u.a. div. Begriffe auf ihren kulturellen Ur-Sprung hin zu hinterfragen und Richtigstellungen vorzunehmen, um ein harmonisches Gleichgewicht auf diesem Planeten anzustreben. Sonst führen Missverständnisse dieser Art, insbesondere in den Religionen, zu Fanatismus und „Religions-Kriegen“.


Vorwort der Web-Redaktion:
Nachdem es offensichtlich eine Unzahl übereifriger Reporter, Berichterstatter und Kommentatoren gibt, die sich schon mit Begriffen, die aus dem kirchen-christlichen Denken und Wortschatz stammend 'schwer' tun, gilt dieses dann um so mehr, wenn es sich um Begriffe aus anderen Hochkulturen handelt. Generell für jene aus dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Islam, dem Konfuzianismus und Taoismus. Dem geistigen Judentum bringt man bedeutend mehr Verständnis entgegen, ist man über das „Alte Testament“ doch schon seit rund 2000 Jahren stark seelen- und bewußtseinsverwandt.

Jedoch, der Erfolg der Vermittlung von Erkenntnissen durch Lesen und in weiterer Folge durch Verstehen und Begreifen, ist in erster Linie abhängig vom Bewußtsein des Lesenden, wird aber vielfach erschwert durch eine Unschärfe des Formulierten und durch die Tatsache, daß bestimmte Begriffe in unterschiedlicher Bedeutung verwendet werden. Letzteres kann im Extrem dazu führen, daß ein Lesender das Gegenteil von dem versteht, was der Autor auszusagen beabsichtigte. Geht es um Übersetzungen aus Fremdsprachen, gar heute schon 'toten' (im Alltag von einem Volk nicht mehr 'gelebten') Sprachen, dann darf, ja muß jegliche Aussage über das vom Autor ursprünglich 'Gesagte' stark relativiert werden.

Soweit eine notwendiges Vorwort dafür, wenn wir uns in der Folge ab und zu den verschiedenen Begrifflichkeiten zuwenden, die u.a. auf den Islam bzw. die aus dem Koran reflektierenden Lehren Bezug nehmen und in unserem Alltag zunehmend Eingang finden bzw. gebraucht und manchmal auch gründlich mißbraucht werden!

Notwendige Begriffsklärungen

Die zunehmende Popularität des Islam im deutschsprachigen Kulturbereich ist in erster Linie „Türkei/Türken“-bezogen. Kulturell wie gesellschaftspolitisch 'stößt' man sich an diesen Gästen, weil diese vielfach noch in religiös-gesellschaftlichen Traditionen stehen, die von Religionsführern/-institutionen einstens vorgegeben wurden – analog zu der unübersehbaren Vielfalt individueller Verständnis- und Handlungsprägungen im kirchen-christlichen Kulturraum.

Primär dadurch empfindet man solche Kulturgruppen wie auch deren Mitglieder – oft auf Gegenseitigkeit – als „fremd“, als das 'schon immer' gewohnte gesellschaftliche Umfeld störend, vielfach sogar als 'feindlich'. Damit verbunden, eskalieren schon seit Jahrzehnten bzw. seit Generationen bestehende Probleme sprachlicher wie sozialer Art und lassen besonders für jene Generation Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten und Ablehnungsverhalten entstehen, die sich – da im Gastland geboren – schon integriert fühlt, aber von den kulturell-gesellschaftlich Vor-Herrschenden bzw. Mächtigen nicht integriert werden. Sicherlich gibt es in allen geographischen Großräumen, in welchen sich Kulturen über Jahrhunderte/-tausende ausgebreitet und zahlreiche bis sämtliche Lebens- und Alltagsbereiche besetzt haben, analoge Situationen. Man erinnere allein an das stark ablehnende, ja feindliche Verhalten zwischen röm.-katholischen und protestantischen Bevölkerungsgruppen in Deutschland, besonders in einigen spezifischen Landesteilen, welche noch vor drei Generationen – zu Großvaters Zeiten – in aller Unbarmherzigkeit praktiziert wurde. Wenngleich sich, primär bedingt durch die beiden Weltkriege und Nachwirkungen daraus, in den letzten 50 Jahren deutliche Verbesserungen ergeben haben , so ist man nicht einmal im kirchlichen Bereich bei einer gelebten und praktizierten Ökumene (Zusammenwirken der christlichen Kirchen und Konfessionen) angelangt. Um so schwieriger ist die Situation mit all den vielen und an Zahl zunehmenden Gästen, die aus 'aller Welt' kommend die gewohnten Gesellschaftsstrukturen aufmischen.

Erfreulicherweise zeigen sich zahlreiche Kommunen (Städte, Gemeinden) in Europa, bedingt durch ihre gesellschaftliche und kulturelle Grundhaltung, als offen und zunehmend bemüht, ihre 'Gäste' auch aktiv zu integrieren! Dazu gilt es aber in erster Linie – neben der Landessprache – das Kulturverständnis der Gastgeber und jenes der eintreffenden Gäste auf Gegenseitigkeit zu vermitteln bzw. zu vertiefen! Abgesehen davon, daß sich in allen Welt-Kulturen erd-weit jeder Gast grundsätzlich an die ihm vom Gastgeber vorgegebene und auch selbst gelebte Hausordnung hält, sind die Gäste auf spezielle Eigenarten des gastfreundlichen Hauses hinzuweisen und haben diese auch zu respektieren!

Wenn heute schon die ohne Frage hochkultivierten und -zivilisierten Türken die kirchenchristlich-atheistisch geprägte Gesellschaft in Mitteleuropa so stark irritieren und selbst bei überdurchschnittlich Gebildeten außergewöhnliche Emotionen negativer Art freisetzen, dann können auch die über zahlreiche Generationen bzw. im Fall des Islam rund 1500 Jahre ausgesäten geistigen „Gifte“ gegen alles Andere, gegen Andersdenkende und -gläubige nicht mit einem Appell, gar per Dekret aus dem Bewußtsein genommen bzw. neutralisiert werden. 

Es ist uns bewußt, daß es auch im Islam wie im kirchlich vielfach aufgespalteten Christentum, Buddhismus, Hinduismus und in anderen schon vor Jahrhunderten, gar Jahrtausenden übergebenen Lehren zahlreiche geistig-ethische (moralische) Verdrehungen sowie eigenartige und andersartige Auslegungen gab und gibt. Das Gleiche gilt ohne Frage auch für zahlreiche Einwände und Wortmeldungen von 'atheistischer' wie materialistisch-philosophischer Seite gegen einen grundsätzlichen Theismus. Aber damit können die vielfach unwissenschaftlichen Glaubenspositionen theistischer oder atheistischer 'Gläubiger' nicht überwunden werden. Solange die Alltagsethik, das Alltags- und Lebensverhalten grundsätzlich gewaltfrei, demokratisch (tolerant) und gesellschaftlich-sozial, d.h. interkulturell integrierend – Einheit in Vielfalt und Vielfalt in geistig-ethisch-sozialer Einheit – angestrebt und heute schon relativ praktiziert wird , können alle Glaubensrichtungen miteinander leben.

Das über Jahrtausende solche Vielfalt praktizierende Indien zeigt, daß es – trotz einiger negativer Erfahrungen, die überwiegend von 'außen' angezettelt wurden – möglich ist. Im Kleinen gilt es sich an der multi-kulturellen und -ethnischen Schweiz zu orientieren!

Sehr schlechte geistig negative ethisch-charakterliche Orientierungs- und Verhaltenslehren sind jene, die grundsätzlich einen „Alleinseligkeitsanspruch“ stellen – und damit jegliche geistige Gemeinsamkeit, mit wem und was auch immer, ausschließen!

 

 

 

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