- „Wer dem Tod begegnet, verliert die Angst davor“
- Intuition - Gefühlswissen - Herzdenken
- Der Ruf nach geistiger Erneuerung
- DEFINITION und Bedeutung von verwendeten Begriffen
- Vom nostalgischen Wunschdenken hin zu den Wirklichkeiten
- DEFINITION „Moral“ und „Ethik“
- DEFINITION „Synthese“
- Vatikan: Für eine gemeinsame Weltethik
- Gemeinsame Ethik Asiens und Europas
- PSYCHISCHE ENERGIE: Sicherheit ist nur in den Türmen des Geistes!
- Islam zwischen Tradition und Moderne
- Grundverständnis: Die Notwendigkeit der Bewußtseinserweiterung
- Grundverständnis: Die Begriffe "Religion" und "Kirche"
- Grundverständnis: Begriffe im Islam
- Von „Anderen” – Religionen, Weltanschauungen, Konfessionen o.ä. – lernen?!
- "Frieden lernen!"
- Islam - eindeutige ethische Grundhaltung
- Christentum und Islam - beide müssen geistes-wissenschaftlicher werden
- Begriffe im Islam - "Djihad", "Scharia"
- JESUS – eine wissenschaftliche Betrachtung
- Das kosmische Feuer – an der Schwelle
- Die Bedeutung der Künste für die Zivilisation und die Verantwortung des Künstlers“
- "Geistige" oder "geistliche" Gemeinsamkeit?
- Fundamentale Wahrheit aller großen Welt-Religionen
- Russisch-orthodoxe Kirche: ethisch-interkulturell - dynamisch unterwegs
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Von W. Augustat Wenngleich die kirchen-christliche Vielfalt in Mittel- und West-Europa in einem sich selbst reduzierenden Konflikt zwischen Tradition und Moderne steht, so gilt solches, Medienberichten zufolge, nicht für den Islam. Dort ist das Gegenteil der Fall – denn die weltweit größte, organisatorisch einheitliche Glaubensbewegung sind die sunnitischen Muslime, denen zahlenmäßig erst die römisch-katholische Kirche folgt. Offensichtlich beinhaltet der praktizierte Islam Elemente, die dem Zeitgeist und der Erwartungshaltung der Gläubigen mehr entsprechen. In den europäisch geprägten Staaten (u.a. in Deutschland, der Tschechei und der Slowakei) haben sich die „Atheisten” als größte Weltanschauungsgruppierung etabliert und prägen zunehmend die Politik und das gesellschaftliche Geschehen. Innerhalb der weltweiten Islam-Bewegung zeigen bemerkenswerte Bemühungen und Initiativen so genannter moderner „Religions-Prediger” und -Philosophen, dass in den muslimischen Glaubensgrundlagen unschätzbare individuelle wie gemeinschaftlich-gesellschaftliche, geistig aktivierbare Potenziale bestehen. Diese treten u.a. in Deutschland, stärker in den USA und Australien, überraschend gesellschaftlich initiativ in Erscheinung – entgegen allen Abwertungsbemühungen von Seiten westlicher „Beobachter und Kommentatoren“. Analoge Prozesse finden auch im Osten statt, so u.a. im Kaukasus-Gebiet (Beispiel: Tschetschenien), in welchem die muslimische Elite mit hohem Aufwand bestrebt ist, gesellschaftlich-offen, auf muslimisch-ethischen Werten und Fundamenten stehend, sich der Moderne zu stellen. Bemerkenswert ist, dass diese Kleinstaaten im Kaukasus von wirtschaftlich mächtigen Bruder-Staaten (der Türkei, den Nahost- und Arabischen Staaten) speziell hinsichtlich Bildung gefördert werden, da man erfreulicherweise bereits erkannte, dass die gesellschaftlichen Probleme der Moderne nur mit Aufklärung und Bildung, auf den Fundamenten der Religion, gelöst werden können. Es ist V. Putins Verdienst, dass er sich in der Innenpolitik Russlands sehr stark der Kultur und damit verbunden den Religionen zuwandte und u.a. auch die gesellschaftlich-sozial tragenden Kräfte des Islam ansprach und förderte. So führten Putins Bemühungen zu deutlichen Friedensfortschritten in Tschetschenien. Solche Entwicklungen bedingen eine sehr enge Zusammenarbeit, partnerschaftliches Vertrauen und eine Integration der „Alten” (Ältestenräte) wie auch der Jugend in das gesellschaftliche Miteinander. Beispielhaft: die ISLAMISCHE „Gülen-Bewegung” Obwohl die Mehrzahl der Bürger im kirchen-christlichen Europa die Muslime (Mohammedaner) bis auf Gastarbeiterausnahmen heute noch immer in weiter Ferne – im Nahen Osten, Afrika oder Asien – wähnt, lassen die geistigen Augen deutlich erkennen, dass der Islam auch in Mitteleuropa im gesellschaftlichen Bereich zunehmend in Erscheinung tritt. Dass die kirchen-christlichen Verwalter des Abendlandes gegenüber diesen religiösen Mitbewerbern ihre klerikalen Besitztümer und „Schafe” – offen wie verdeckt – verteidigen, ist verständlich. Auch der in Sachen Weltanschauung angeblich neutrale Staat hilft bei dieser „Verteidigung” vielfach mit. Umso mehr müssen sich die neuen Bürger und Mitglieder der mitteleuropäischen Gesellschaft bemühen, durch effektive Leistungen, verbunden mit charakterlich sauberem, ethischem Verhalten ihre qualitativen Entsprechungen zu erbringen. Offensichtlich haben nun die in Deutschland lebenden Millionen Muslime gesellschaftlich einen qualitativen Standard erreicht, der auch die internationale Presse zu positiver Berichterstattung animiert. Es ist bemerkenswert, wenn u.a. auch die „Süddeutsche Zeitung” (23/24. Mai 09) auf der Seite „Politik” eine außergewöhnliche Überschrift brachte. Unter dem Titel: „Fromm – Fleißig – Erfolgreich” erschien ein ausführlicher Bericht, der sich im Wesentlichen auf Türkei-Muslime und den in den USA lebenden und weltweit wirkenden Fethullah Gülen bezog, dessen globale Anhängerschar heute schon viele Millionen umfasst. Fethullah Gülens aktiv vertretene Prinzipien – Ethik, Toleranz, Bildung, Disziplin, Respekt Inhaltlich lassen die von F. Gülen veröffentlichten Bücher eine auf dem Koran aufbauende, geistig-pragmatische Lebensalltags-Reflexion erkennen, die philosophisch-religiöses Kulturverhalten mit modernem Lebensalltag vereint und daher, nicht nur in der Türkei, die jüngeren Generationen anspricht. Der Koran wird durch Gülens moderne Interpretationen ein lebenspraktisches Handbuch, an welchem sich zahlreiche gesellschaftliche Initiativen in aller Welt (Nordamerika, Europa, Asien) orientieren. Vor ca. 15 Jahren begann die türkisch-stämmige Gülen-Bewegung, speziell für die im Ausland lebenden Muslime schulische „Zentren” für die Jugend türkischer Immigranten einzurichten, die sich sehr schnell zu in der Landessprache geführten Schulen entwickelten. Heute gibt es weltweit rund 1000 solcher Grundschulen, Gymnasien, aber auch schon Universitäten... „Die Gülen-Bewegung als Brücke zwischen den Kulturen” … war der Untertitel einer mit internationalen Religionsfachleuten besetzten Konferenz, die von der Universität Potsdam im Mai dieses Jahres (2009) organisiert wurde. Religionswissenschaftler aus dem Judentum, dem Katholizismus (SJ - Jesuitenorden), Protestantismus und dem Islam sowie Gesellschaftswissenschaftler berichteten aus ihrer analytischen Perspektive – vor rund 600 Teilnehmern aus Deutschland, Russland, Holland, Türkei sowie rund 40 weiteren Staaten – über die Gülen-Bewegung, über deren islamisch fundierte Initiativen und ihr Wirken – man staune – generell in anerkennender Weise. Dieser offensichtlich neue Ton der Religionswissenschaftler zeigt, dass man sich von dem glaubensverwaltenden kirchlichen Beamtentum und dessen Vorgaben weitestgehend befreit hat, was mehr selbst-kritisches Bewusstsein erlaubte und der Bezeichnung „Religionswissenschaftler” ausgesprochen dienlich ist. Die anlässlich der Konferenz vielfach ausgesprochene anerkennende Belobigung, verbunden mit der Berichterstattung über Projekte der Gülen-Bewegung aus objektiver Perspektive, ergab – selbst für die vatikanisch-jesuitische Seite – einen hochinteressanten, wissens- und lehrreichen Überblick über die Möglichkeiten und Potenziale, die nicht nur dem Islam bzw. der Gülen-Bewegung, sondern offensichtlich jeder Religion geistig-energetisch innewohnen. Es scheint, dass Fethullah Gülen wirklich den richtigen Interpretations-Ton für die im Spannungsfeld der Konflikte und Gegensätze nach Stärkung ihres Glaubens Suchenden gefunden hat. Wesentlich scheint die zeitgemäße, stark motivierende Mischung seiner geistig-charakterlichen Verhaltensempfehlungen „zwischen Tradition und Moderne” zu sein. Dies erklärt auch die starke zahlenmäßige Zunahme der Gülen-Anhänger nicht nur in der Türkei, sondern auch in den USA, in Deutschland und in Australien. Selbst die australische Regierung anerkennt heute schon das „fleißig-fromme-erfolgreiche” Wirken der Gülen-Schüler und fördert diese. Die Gülen-Bewegung bringt frischen Wind in die kulturell-ethische Handlungsebene, was auch die hohe Entsprechungs-Qualität all jener ehemaligen Schüler und Studenten bestätigt, die heute zunehmend – und zu Recht – Spitzenpositionen in der Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung einnehmen. Es ist offensichtlich, dass – im Beispiel Berlin – diese durch Gülen-Schulung islamisch-modern geprägten Türken bzw. Muslime auf dem besten Weg sind, die neue Mittelschicht im geistig verarmenden Berlin bzw. Deutschland zu werden. Nicht zu Unrecht, sondern aufgrund qualitativer Entsprechung und Leistung. Gülens ethisch-kulturell-gesellschaftliche Grundsätze ähneln in vielen Prinzipien jenen des großen Russischen Philosophen und Weltbürgers Nicholas K. Roerich (1874-1947), dessen Lebenswerk im russisch-sprachigen Kulturbereich zunehmend Anerkennung und Berücksichtigung findet. Leider haben sich die religiös-konfessionellen Institutionen in Osteuropa zu ihrem eigenen Nachteil von dem spirituell inspirierenden und energetisch aktivierenden Lebenswerk Roerichs unverständlicherweise distanziert. Was in den anderen – auch heute noch weltlich mächtigen – Konfessionen in Mitteleuropa fehlt, sind möglichst viele „Gülens“, welche die Gläubigen, speziell die Jugend, religiös-ethisch motivieren und in Richtung eines dynamischen, sozial-energetischen Handelns stärken. Möge es – nach dem Beispiel Gülens – global bald mehr solche mutig-progressiven Menschen geben, die ihrer spirituellen Selbsterkenntnis und der Erkenntnis der derzeitigen Anforderungen und Notwendigkeiten nachgehen. Gülen – als Künder der hoch-ethischen, religiös-zivilisatorischen Verhaltens-Lehren des Propheten Mohammed – darf auf seine gesellschaftlichen Leistungen stolz sein, die von jedem Gläubigen eingefordert werden und auf Eigenverantwortlichkeit fußen. Es ist hoch erfreulich, dass – in zahlreichen Staaten Europas schon erkannt – die ursprünglichen Hilfs-, Fremd-, Gastarbeiter sich in der zweiten Generation oft zu wichtigen Trägern der innerstaatlichen Ordnung entwickelt haben. Offensichtlich erreichen diese heute gesellschaftlich schon eine Handlungsebene, wo man beginnen sollte, von diesen „fromm-fleißigen und erfolgreichen” Elite-Türken zu lernen... Es lohnt sich für interkulturell Interessierte, ein wenig tiefer in die aus dem Koran reflektierenden Lehren und die damit verbundenen Entsprechungen der Gülen-Bewegung hineinzuschauen. Man darf staunen, was eine geistig-ethisch orientierte Gemeinschaft in den letzten 15-20 Jahren geleistet hat... Bemerkenswert: Die Gülen-Bewegung „erobert” zurzeit Russland, Indien und weitere asiatische und afrikanische Staaten – missioniert aber nicht! Die Art der Missionierung, wie solche den christlich-klerikalen Kirchen bzw. Sekten eigen ist, gibt es im Islam nicht. (Zwischenzeitig missionieren sich die fast 50.000 christlichen Sekten, die nach letzten Statistiken existieren, fleißig untereinander). Trotzdem waren und sind auch Muslime vor fanatisch entartetem Handeln nicht gefeit. Deswegen dürfte Gülen u.a. auch betonen: „Es gilt, den Menschen zu dienen – und nicht der Politik!” Einige Grundsätze der Gülen-Bewegung
Hinweise: Die int. Gesellschaft „Frieden durch Kultur” pflegt zunehmend auf internationaler Ebene (Österreich, Deutschland, Russland, Türkei und anderen „Turk“- oder Schwarzmeer-Staaten) eine Zusammenarbeit mit den islamisch-kulturell fundierten Kräften und einen Dialog mit anderen Friedens-Gesellschaften und Institutionen mit ethisch betonten Prinzipien. Darüber hinaus ist es lohnend, sich mit den Grundsätzen und Strukturen der sich weltweit entwickelnden „Gülen-Schulen” auseinander zu setzen.
Es ist verständlich, dass die heute noch etablierten Gesellschaftsmächte die Millionen Gülen-Anhänger mit allen, auch mit unlauteren, Mitteln und Methoden abzublocken bemüht sind. Allein die Macht der Herzen wird siegen – weshalb für die Gülen-Bewegung eine sehr gute Zukunft zu erwarten ist.
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