Vatikan: Für eine gemeinsame Weltethik
Nach rund zwei Jahrtausende langem "moralischen" Irrtum und u.a. dem daraus resultierenden Welt-Chaos, besinnt sich nun auch der Vatikan auf das "Naturrecht" und setzt neue Maßstäbe: die bereits von Platon (427-348/347 v. Chr.) vorgegebenen ETHISCHEN PRINZIPIEN!


Vorwort der Schriftleitung: Die rund 2500 Jahre alte Erkenntnis und gesellschaftliche Forderung Platons, die Fundamente der Gesellschaft, d.h. des Denkens und Handelns, auf ethische Grundlagen zu stellen (die aber in der Folge von seinem ehrgeizigen Schüler Aristoteles in wesentlichen Belangen verfälscht und verbogen wurden), scheint nun im offiziellen Vatikan – da als unausweichlich erkannt – endlich angekommen zu sein!

Es ist sehr bedauerlich, dass sich der Vatikan seit seiner Gründung „irrtümlich” – durch zahlreiche unwissend-naiv-mystisch polarisierte Kirchenväter bedingt – auf Aristoteles stützte. Dadurch erhielt der theologische Intellekt Oberhand, und man verdrängte das Gemeinschaftsverhalten von der ethisch-kosmischen Erkenntnis- und Verhaltensschiene auf eine „moralische“, die der Vatikan und seine theologischen Spitzfindigkeitsvertreter je nach Bedarf – dirigiert über Lehrstühle für „Moraltheologie” – zurechtbogen bzw. verbogen.

Nach der offiziellen Bestätigung des Vatikans, dass man nun auch dort – in der Engelsburg – die Uhren auf „Gegenwart” zu stellen beginnt, sollte man sich darüber im ersten Schritt herzlich freuen! Natürlich werden die Vertreter der kirchlichen „Tradition” dieses Bekenntnis des Vatikans mit vielen Fußangeln umrahmen und – wie schon oft – gegenüber anderen Weltanschauungsgemeinschaften einen Prioritäts- und Dominanzanspruch in ethischen Fragen und Interpretationen stellen wollen.

Die mit entsprechenden Krisen in der Gesellschaft begleiteten Gegenwartswellen offenbaren sich zunehmend als dringend erforderliche, reinigende Prozesse, die für sämtliche Erdenbürger einen Zwang zur evolutiven (kosmisch bedingten), geistig-ethisch-gesellschaftlichen Erneuerung bewirken. Die einzig relevanten und zielführenden Fragen sind folgende:

  1. Welches Verhalten fordert der Kosmos (das Universum) vom menschlichen Individuum und der Gesellschaft (Gemeinschaft) ein?
  2. Welches sind die für eine optimal evolutive Entsprechung zu beachtenden Natur- bzw. Geistesgesetze?
  3. Welches sind die Autoritäten, die in allen Rassen, Völkern und Kulturen als kosmisch-universelle Ordnungs- und Lebenslehrer auftraten? Die Antwort darauf ist durch die Kultur- und Gesellschaftsforschung längst gegeben! Es sind jene geistigen Menschheitsführer und Weisheitslehrer, die die Welt unter den Namen Buddha Gautama, Krishna, Platon, Pythagoras, Konfuzius, Laotse, Mohammed, Zarathustra und zahlreichen anderen kennt – und selbst heute, nach Jahrtausenden, noch immer hoch verehrt!

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"Der Vatikan setzt sich für weltweite gemeinsame ethische Prinzipien ein. 'Auf der Suche nach einer universalen Ethik: ein neuer Blick auf das Naturrecht' ist ein an diesem Freitag(Juni 2009) veröffentlichtes Dokument der Internationalen Theologenkommission überschrieben. Bislang liegt es in italienischer und französischer Sprache vor. Alle, die in ethischen Fragen engagiert seien, sollten sich demnach gemeinsam mit Juristen und Politikern neu auf die Lehre des Naturrechts besinnen. Das Naturrecht gehe davon aus, dass Personen und Gemeinschaften im Licht der Vernunft dazu fähig sind, grundlegende Richtlinien für moralisches Handeln zu erkennen, so die Theologenkommission. Daraus abgeleitete Ge- und Verbote sollten in ethischer, juristischer und politischer Hinsicht das Leben der Menschen und der Gesellschaften bestimmen. Sie seien eine „dauerhafte kritische Instanz” und garantierten die Menschenwürde gegen aufkommende Ideologien.

Die Suche nach gemeinsamen ethischen Werten sei von neuer Aktualität, heißt es in der Einleitung zu insgesamt 116 Unterpunkten. Alle Maßnahmen für Gemeinwohl und Menschenwürde könnten mit einem wirksamen ethischen Grundkonsens gelingen. In der globalisierten Welt hätten die Probleme der Menschen stets internationales Ausmaß. Das führe zu einer weltweiten Verantwortung. Klimawandel, Terrorismus, organisierte Kriminalität und Gentechnologie forderten „dringend universale ethische und politische Überlegungen“.

In fünf Kapiteln behandeln die vom Papst berufenen Theologen unter Leitung des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, Übereinstimmungen zwischen christlicher Morallehre und Naturrecht, soziokulturelle Beziehungen, die Grundlagen des Naturrechts und die Möglichkeiten, moralische Normen festzusetzen, sowie die ordnende Kraft der Gebote des Naturrechts in der Politik.“ 

(radio vaticana 12.6.09)

 

 

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