Vom nostalgischen Wunschdenken hin zu den Wirklichkeiten


Vortrag anlässlich des XVI. Forums für Ethik in Vilnius/Litauen im Sept. 2009
Forumsthema: "Die Bedeutung des Kulturellen Erbes"

Von W. Augustat


Dieser Bericht basiert nicht nur auf den im Kleinstaat Österreich und in Mitteleuropa über die letzten 100 Jahre gemachten Erfahrungen, sondern auch auf jenen, die unsere internationale Arbeitsgemeinschaft während unserer geistig-kulturellen Zusammenarbeit mit Freunden innerhalb der vormaligen Sowjetunion und auch des Westens sammeln konnten.

Speziell im Baltikum blicken wir in den vergangenen rund 20 Jahren auf eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern zurück – u.a. dem Litauischen Kulturfond, der Vydunas- und Nicholas-Roerich-Bewegung – die sich zu einer brüderlich-schwesterlichen, herzlichen Sympathie für Ihr Heimatland Litauen entwickelte. Es fanden zahlreiche Arbeitsbesuche und Konferenzen statt, in denen sich die Zusammenarbeit mit Partnern aus Kultur, Politik, Wissenschaft, Wirt­schaft und dem sozial-gesellschaftlichen Bereich als überaus fruchtbar und als für alle Beteiligten lehrreich erwies.

Die Aktivitäten der Internationalen Gesellschaft FRIEDEN durch KULTUR adressieren sich in erster Linie an alle kulturellen und sozialen Institutionen und basieren primär auf den Sozial-Themen ETHIK und SYNTHESE (Lösungen für einen 3. Weg), die sich aus dem evolutiv-gesellschaftlichen Entwicklungsgesetz von These und Antithese ergeben und von größter Wichtigkeit für die Bereiche Kultur, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sind.

Rückblick

Ein absoluter Höhepunkt unserer gemeinsamen Bemühungen in Litauen war zweifellos der internationale Kongress in Vilnius im Jahres 1999 mit dem Arbeitstitel

„Die Wichtigkeit der geistigen Kultur für die Zukunft der Menschheit”
(Untertitel: Freiheit muss im Gleichgewicht zur KULTUR stehen)

Im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre – jener Periode, die auf die Öffnung des sog. „Eisernen Vorhangs” folgte – können wir feststellen, dass die Phase der lang erwarteten „Freiheit” sich zuerst in Richtung einer demokratisch verbrämten Anarchie mit stark degenerativem Effekt auf die gesellschaftliche Handlungskultur entwickelte – und dies nicht nur in Litauen! Die Hauptursache für diese Entwicklung war zweifellos der Mangel an ETHIK als Schlüsselelement für eine gesellschaftlich-politische Handlungskultur! Regierungen diverser Staaten sind sich zwischenzeitlich dieses Mankos bewusst geworden und haben die absolute Notwendigkeit für Maßnahmen hinsichtlich einer deutlich zu hebenden und spirituell zu pflegenden Handlungsethik im öffentlichen wie zwischenmenschlichen Bereich erkannt.

Heute sind bereits weltweit Initiativen im Sinne von ETHISCHEN GREMIEN, diverse Arten von Round-Table-Einrichtungen zum Thema „Ethik” und von Ethischen Institutionen entstanden, und in den Schulen wird inzwischen das Unterrichtsfach „Ethik” angeboten. Der Großstaat Russland ist hier, neben anderen Staaten, besonders zu erwähnen, denn er verpflichtet neuerdings die Kinder „atheistischer” Eltern dazu, anstelle des Religionsunterrichtes das Unterrichtsfach Ethik zu besuchen. In einigen europäischen Staaten wurde bereits eine Art Kontrollinstrument durch die Bildung „Ethischer Bürgerräte” geschaffen, deren kreative, neue Ideen auf lange Sicht zukünftig in die Bereiche von Legislative und Exekutive einfließen werden. Natürlich „macht eine Schwalbe noch keinen Sommer”. Dennoch können wir feststellen, dass erste Schritte in Richtung eines ethisch betonten Gemeinschaftsverhaltens unternommen wurden bzw. im Entstehen sind.

In diesem Zusammenhang gilt unsere Anerkennung besonders den islamischen Gemeinschaften und Staaten, da die aus dem Koran reflektierenden Regeln, die die überwiegende Zahl der Muslime im täglichen Leben anwenden, Ausdruck wahren ethischen Verhaltens gegenüber ihren Mitmenschen darstellen.

Konkrete Verbesserungen, wo auch immer sie versucht werden, brauchen jedoch Zeit, bis sie zum Tragen kommen, wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen! Die gegenwärtige Krise hat jedoch ihre tiefere Ursache in einer fehlenden HANDLUNGSETHIK und mangelnden Kenntnis über ethische Gesetzmäßigkeiten seitens der Verantwortlichen aus den unterschiedlichsten Bereichen, so dass selbst offensichtlich äußerst fragwürdige Beschlüsse und Aktionen in Gang gesetzt und ausgeführt werden konnten, noch dazu scheinbar unbemerkt von der Umgebung. Die gegenwärtige Krise wird jedoch noch weitere Probleme hervorbringen, so dass ein Mangel an Charakterbildung, der über die letzten Generationen sogar auf demokratische Weise gefördert wurde, ein starker kausaler Faktor sein wird, um eine enorme Motivation für die Stärkung einer ethischen Infrastruktur im Bereich der Gegenwartspolitik sowie der sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlich-kulturellen Strukturen auszulösen.

Die politisch Führenden sowie die Staatsbürger stehen heute vor der Wahl, entweder das heutige kultur- und ethiklose Zivilisationssystem – das unter dem Titel „Demokratie” unsere Welt in skrupelloser und selbst bereichernder Weise in eine multiple Krise gestürzt hat – zu akzeptieren und weitergewähren zu lassen, oder Staat und Bürger ändern freien Willens und wahrhaft demokratisch und gewaltfrei in allen Bereichen ihre Führungs- und Handlungsstrukturen und zugehörige Grundsätze in Richtung einer höheren Ethik, die die Gesellschaft zu einer individuellen wie gemeinschaftlichen, auf ethischen Verhaltensgrundlagen basierenden SELBSTVERANTWORTUNG führt!

Mein Bericht soll auch das Thema der großen Erwartungen eingehen, die in Verbindung mit dem „demokratischen Freiheitsprozess” in der Zeit nach der politischen Wende hervorgerufen wurden. Dadurch wurden viele Bürger der letzten 2 oder 3 Generationen – und hierfür tragen verschiedenste Kräfte die Verantwortung – nicht nur wegen ihrer mangelnden Erfahrung ausgenutzt, sondern vielfach auch zu Fehlhandlungen verführt, was maßlose bittere Enttäuschungen zur Folge hatte. Selbst heute bestehen noch viele Nachteile, die aus Versäumnissen der Vergangenheit resultieren, und dies besonders im Hinblick auf innere, geistige und kulturelle Stabilisierung der multi-ethnischen und multi-kulturellen Gemeinschaft.

Um fortschrittlich und auf der Höhe aller aktuellen Mainstream-Entwicklungen zu sein, muss eine staatliche Gemeinschaft ständig ihre kulturelle und demokratische Struktur einem Monitoring (einer permanenten Kontrolle und Überprüfung) unterziehen, einschließlich einer wissenschaftlichen Objektivierung aller sozialen Traditionen, die die geistige Homogenität der Bürger beeinflussen. Eine solche Basis würde dazu dienen, passende Energien zu schaffen, die eine Zukunft in verlässlicher Qualität beinhalten. Im Zuge eines solchen Reini­gungs­prozesses darf es keinerlei Tabus geben, sondern jeder Bereich muss genauestens in Bezug auf seine Eignung hinsichtlich einer zukünftigen Weiterverwendung untersucht werden.

Der hohe Stand an Allgemeinbildung in Verbindung mit den vorhandenen geistigen und kulturellen Fundamenten in Litauen und im gesamten Baltikum wird einen solchen Prozess ermöglichen, vorausgesetzt, dass die Bevölkerung sich mit einem wissenschaftlich basierten demokratischen System identifiziert. Nur wenn Bewusstsein und Charakter der Bürger während des Heranwachsens durch Erziehung und Bildung auf höchstem Niveau zu einem Optimum gebracht werden, werden sich größte Möglichkeiten und Chancen für ein positives, zukunftsorientiertes Handeln ergeben! Ich kann mir keinen einzigen geistigen oder kulturellen Grund vorstellen, weshalb z.B. Litauen – in Bezug auf geistig-kulturelle und auch Bildungsbereiche – nicht der fortschrittlichste und führende Vorreiter innerhalb der kleinen Staaten auf unserem Planeten werden könnte?

Wissen und Verstehen müssen unter allen Umständen bestrebt erweitert und vertieft werden, da sonst ein Nährboden geschaffen wird, der zu Bürgerkriegen und Unruhen aller Art führen wird. Es ist höchste Zeit, dass in Zusammenarbeit von Religionen und Wissenschaften – unter dem Schirm der Politik – ein kulturell-dynamischer Standard eingeführt wird, der die Basis für den ethisch-charakterlichen Erneuerungs- sowie den bewusstseinsmässigen Evolutionsprozess der Volksgemeinschaft darstellt! In der Vergangenheit wurden die Bürger vielerorts – nicht nur in Litauen – über Generationen hinweg von bestimmten Gesellschaftsbereichen ausgeschlossen, z.B. von der Politik und Religion/Konfession, desgleichen von vielen Zweigen der Wissenschaft, wo keinerlei interdisziplinäre Zusammenarbeit erlaubt war. Und deshalb sollten alle wissenschaftlichen Erkenntnisse durch die Politik in die Praxis umgesetzt werden, um harmonische und gesellschaftlich gerechte Strukturen für die gesamte Bevölkerung zu schaffen. Sofern dies nicht geschieht, werden weiterhin diejenigen mit den besten Potentialen ihre Heimat verlassen – oder in ihren vier Wänden resignieren.

Ein Stillstand des Realisierungsprozesses von sozial-kulturellen Er­kennt­­nissen, Ideen und Notwendigkeiten ist jedoch ein Rückschritt! Zum Wohle der Staatsgemeinschaft ist es daher zwingend notwendig, dass die politischen Verwalter in enger Zusammenarbeit mit den Füh­rungs­schichten aus Kultur, Religion und Wissenschaft miteinander trans­parent und für den Bürger und Wähler nachvollziehbar kooperieren!

Gegenwart: zurück zur Realität, Ankunft und Aufwachprozess

Von zahlreichen Quellen vorausgesagt, konfrontiert uns die Gegenwart – und die Zukunft sogar noch verstärkt – mit Krisen und Herausforderungen der verschiedensten und auch neuen Formen auf allen Ebenen. Diese neuen Anforderungen werden jedoch nicht durch wissenschaftlich vorbereitete Maßnahmen begleitet. Wir alle wissen, dass in unseren Demokratien hoch bezahlte „Experten, Berater und Fachleute” zu Rate gezogen werden, um der Probleme Herr zu werden – doch ohne Ergebnisse, die zu einer Verbesserung führen würden! Die Realität zeigt im Gegenteil klaren Missbrauch, Korruption und Betrug auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Diese Negativ-Elite hat sich daran gewöhnt, die Volksgemeinschaft zu verraten und sich anbahnende, abzusehende Krisen sogar zum eigenen Vorteil zu nutzen. Durch den Globalisierungsprozess sind solchen Entwicklungen keine Grenzen gesetzt – außer wir beginnen selbst, in eigener Verantwortung und auf die vorher beschriebene Weise zu handeln.

Als klare Tatsache müssen wir alle verstehen:

Strukturen von „Gestern” wird es nicht mehr geben – für Niemanden, für keine Gemeinschaft, für keinen Staat! Und dies gilt für die gesamte Zivilisation, für alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereiche!

Wir leben inmitten eines gigantischen Wandels, in dem das Zusammenbrechen von früheren Machtstrukturen zu beobachten ist.

All jene, über Jahrzehnte in materieller Hinsicht verwöhnten Staaten, deren Wohlstand primär auf Missbrauch der Natur, anderer Völker und Kulturen durch militärische, wirtschaftliche und kulturelle Ausbeutung beruhte, werden mit komplett neuen Strukturen konfrontiert werden, und die Übergangsphase wird schwierig und sehr schmerzhaft sein.

Vorstehend skizzierter Krisen- und der damit verbundene drastische Wandlungs- und Veränderungstrend wurde wiederholt durch ernsthafte Polit-Wissenschaftler, Philosophen, Biologen, Sozialwissenschaftler u.a. seit langer Zeit vorausgesagt. Die jetzige Krise wurde sogar mathematisch-logisch vorausberechnet.

Noch deutlicher und präziser waren die Voraussagen über „die” große, planetare, durch negative Charaktereigenschaften bedingte „Weltkrise” von Seiten der Lehrer der großen Welt-Religionen. Sie wiesen speziell in zahlreichen, bildhaften Gleichnissen auf eine von Seiten der Zivilisation selbst verursachte Weltkrise hin. Nicht, dass dadurch die konkrete „Welt” untergehen würde, sondern jene, vom Menschen durch geist- und ethikloses Verhalten geschaffene illusionäre „Scheinwelt“.

Auch muss man die zahlreichen im Namen der Religion und deren Geistigen Gründern geführten Religions- und Bruderkriege der Vergangenheit und jene, die teilweise bis heute fortdauern, erwähnen, die kausal in einem geozentrischen sowie anthropozentrischen Weltbild und Lebensverständnis begründet liegen.

Das erste Paradoxon: obwohl die Bezeichnung GOTT als Synonym für eine kosmische Dimension und universelle Ordnung steht, versuchte man in den konfessionell geprägten Zivilisationen, das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung aus dem geistigen Weltkonzept bzw. -bild zu entfernen bzw. herauszuhalten!

Das zweite Paradoxon: obwohl Teile der zivilisierten Bevölkerung eine gewisse wissenschaftliche Bildung aufweisen können, in der das Gesetz der Evolution als eine kosmische Realität anerkannt ist, hindert sie dies dennoch nicht daran, die Tatsache abzustreiten, dass dieses Gesetz für den gesamten Kosmos Gültigkeit besitzt. Das logische Fortdenken des Gesetzes der Evolution über unseren Planeten Erde hinaus würde bedeuten, dass es weitere Planeten mit anders gearteten Lebensformen und auch entwicklungsältere Planeten mit eventuellen „Menschheiten” auf einer höheren oder auch niedrigeren Entwicklungsstufe im Vergleich zur Erde gibt. Dieses Beispiel zeigt, dass eine Vielzahl an Fragen existiert, die Religions- und Geisteswissenschaftler beantworten müssen. Und dadurch wird jede neue geistige und kulturell qualitative Erkenntnis zu starken Reflexionen im Hinblick auf das Sozialverhalten der Bürger führen – ein entscheidender Grund für die Politik, diese Entwicklung zu unterstützen und beobachtend zu begleiten.

Auch diese Aussage gilt für die gesamte Menschheit!

Zukünftige Hauptaspekte für die Dimension der KULTUR

Um starke, zuverlässige soziale Fundamente zu schaffen, werden verschiedene neue Wissenschaftsdisziplinen benötigt, denn traditionelle Sichtweisen reichen nicht aus, um alle notwendigen Antworten für die Zukunft zu geben. Die Wissenschaften der Geistigen und Psychischen Energie, der Geistigen Kausalität, Psycho-Mechanik, der Astro-Biologie und Astro-Chemie, der Gesellschafts-Ethik, der sozialen Gesetze und Regeln müssen hinzugefügt werden, um die Zukunft einer kulturellen und gleichzeitig zivilisierten Gemeinschaft zu unterstützen. Einen höchst wichtigen und vollkommen neuen Zweig wird die Wissenschaft der politischen Synthese in Beziehung zu allen kulturell-sozialen Bereichen und zur Wirtschaft etc. darstellen.

Innerhalb dieser Berichtstätigkeit zum Thema „Zukunft” möchte ich einige Schwerpunkte, im Sinne einer relativen Zukunftsschau, ansprechen, die meines Erachtens direkt wie indirekt mit dem Bereich eines vertieften Kultur-Verständnisses zusammenhängen. Obwohl ich natürlich kein „Wahrsager” bin, möchte ich doch meine tiefe Überzeugung äußern, dass sich die Menschheit auf Grund ihrer geistigen und auch praktischen Hilflosigkeit global verstärkt der Dimension der Religion und einem höheren Verständnis der menschlichen Existenz zuwenden wird. Dadurch entstehen bedeutend höhere Anforderungen als bisher an alle Geistes- und Lebens-Wissenschaften, da die neuen Generationen zu Recht auf mehr Wissen bestehen und weniger nach „Glauben” verlangen! Wir werden daher einen bedeutenden Impuls und kraftvollen Aufschwung sämtlicher Kultur-Wissenschaften bekommen sowie eine gegenseitige geistige und intellektuelle Stimulation samt Aufschwung in den innovativen Bereichen unserer Zivilisation. Ein neues Denken in Ordnungsstrukturen, das alle Wissenschaften und im besonderen diejenigen in den geistigen und sozialen Bereichen befruchten wird, wird letztendlich auch dazu beitragen, Korrekturen im Wirtschafts- und Finanzwissenschaftsbereich zu ermöglichen – samt der Abschaffung des Zins-Systems, welches gestern wie heute bereits in einigen Kulturen – so im Islam, Buddhismus und Hinduismus – geächtet ist, da es unethische Strukturen und Nutznießer schafft!

Heute findet man noch vielfache Gegensätzlichkeiten zwischen den theologischen Vertretern der Konfessionen bzw. Religionen einerseits und jenen der Naturwissenschaften andererseits in Bezug auf die jeweiligen Weltanschauungen. Die „Religion der Zukunft” wird sich jedoch sehr stark auf die Strukturen der kosmisch-universellen Gesetze und deren entsprechende Auswirkungen auf das menschliche Verhalten konzentrieren, wodurch eine enorme Bereitschaft zu Dialog und wissenschaftlicher Zusammenarbeit der Repräsentanten der verschiedenen Philosophien, Weltanschauungen und religiösen Überzeugungen einsetzen wird. Die zum Teil offene geistige Konfrontation zwischen den Lagern des sog. „Theismus” und des „Atheismus“, die gegenwärtig große gesellschaftliche Leistungs-Potentiale blockiert, wird durch eine Synthese von Geist und Materie durch die junge, wissenschaftlich gut gebildete Generation überwunden bzw. ersetzt werden! Diese Generation wird leben und handeln entsprechend der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass es nur ein Universum, und somit, um es in religiösen Worten auszudrücken, nur einen Gott oder eine Gottheit gibt – erkennbar über die Wirkungen der kosmischen Gesetze. Die jungen Menschen von Heute suchen mehr und mehr nach einer global-politischen und ökonomischen Überwindung aller Grenzen und Beschränkungen. Sie sind definitiv auf dem Weg, wahre Kosmopoliten zu werden, die nicht nur Zugang haben werden zu allem, was auf unserem Planeten angeboten wird, sondern auch politische und sozial gerechte Strukturen suchen, diese durch politische und ökonomische Netzwerke unterstützen. Als Kosmopoliten werden sie globale Regulierungen und Verhaltens- und Handlungsmaßstäbe akzeptieren unter Berücksichtigung qualitativer Prinzipien wie GLEICHBERECHTIGUNG – GLEICHWERTIGKEIT – GERECHTIGKEIT – GEWALTFREIHEIT – FAIRNESS – TOLERANZ etc.

Die Notwendigkeit der Schaffung eines auf diesen Zielen basierenden Welt-Parlamentes sowie einer Welt-Regierung wird somit noch klarer erkennbar. Eine solche Institution wird es ermöglichen, dass die Majorität der kleineren Staaten die „Großmächtigen” zur Ordnung ruft, wobei Zusammenarbeit und Anpassung von allen Seiten gefordert ist. Ein Beispiel für unerwartete Entwicklungen stellt Irland dar, für das – verglichen zum Beitritt Litauens vor einiger Zeit – die EU einen roten Teppich ausrollte!

Schritt für Schritt wird ein globaler ETHISCHER KODEX entwickelt werden, dessen Regeln in Zusammenarbeit aller Bürger dieser Welt erstellt werden muss. Ein solcher Kodex sollte zuerst von den kleineren Staaten vorbereitet werden, da sie mehr Handlungsspielraum auf allen Ebenen haben. Wie wäre es, wenn Litauen oder Lettland der EU einen solchen Handlungskatalog unterbreiten würde? Ein solcher Kodex sollte, in Verbindung mit den bestehenden Staatsgesetzen, auf Gegenseitigkeit und als Handlungsfundament für sämtliche zwischenstaatlichen Kontakte politisch-wirtschaftlicher Art dienen. Es ist inzwischen sehr klar ersichtlich, dass die einseitigen Bindungen der EU zum US-Dollar, zur NATO/USA und ähnlichen Block-Strukturen keine Option für die Zukunft darstellen! Aus diesem Grund sollten die kleineren Staaten ihre Potentiale nutzen, um alle kulturellen Gemeinschaften – seien sie religiös, konfessionell, wissenschaftlich oder gesellschaftlich tätig – zu aktivieren, und sich aus sämtlichen historisch bedingten politischen und gesellschaftlichen Begrenzungen zu befreien. Dies erfordert jedoch, dass für die Zukunft höchste Qualitätsmaßstäbe/-anforderungen an und durch Führende in Politik, Wirtschaft, Kultur und allen anderen Bereichen sichergestellt werden.

Verschiedene Staaten haben bereits begonnen, sich experimentell mit „3.Weg-Lösungen” zu beschäftigen, d.h. mit Gesellschaftsmodellen, die die Vorteile von These und Antithese zu einer SYNTHESE verbinden. Auch China und Russland sind daran beteiligt. Die westlichen Staaten zeigen jedoch in dieser Hinsicht keinerlei Initiative und stoßen zunehmend an ihre sich selbst auferlegten Grenzen. Alle Arten von Krisen sind jedoch Konsequenzen dieses passiven Fehlverhaltens, welches auch – ohne Zweifel – die jeweiligen Vasallen mitreißen wird.

Krisen bedürfen der geistigen, auf ETHIK und HARMONIE basierenden Zusammenarbeit aller Völker und Länder. Das Zauberwort heißt Interkulturelle Gemeinschaft, in der gegenseitiger Respekt und die Anerkennung gleicher Rechte und Werte für ALLE das logische Fundament darstellen! Der Ruf nach GEMEINSCHAFT ist so alt wie die Menschheit und wurde von allen Weltlehrern als die vorrangige menschliche Aufgabe definiert!

 

Unser APPELL lautet daher:

Nur eine geistige, homogene Gemeinschaft unter dem Banner der ETHISCHEN GEMEINSAMKEIT macht stark und wird die Kraft sein, die für die Zukunft notwendig ist. Sicherheit kann nur in den Türmen einer kulturbewussten Spiritualität gefunden werden! Nur hieraus entstehen jene Energien, die uns stark, ja zu Helden werden lassen und in jedem Menschenherzen als siegreiches Potential die PSYCHISCHE ENERGIE entstehen lassen, welche ihrerseits unser spirituelles Überleben garantiert und sicherstellt!

In den Schulen sollte das Fach „Herzens-Energie” unterrichtet und dem Herzen wieder jener Ehrenplatz zugewiesen werden, den es in unserem Leben einnehmen sollte. Ohne Herzenskultur gibt es keine Hoch-Kultur, keine Zukunft! Zahlreiche Völker, Zivilisationen und Kulturen, die aufhörten, der Herzensenergie Beachtung zu schenken, sind – vielfach „über Nacht” – in der Dunkelheit der Geschichte verschwunden.

Litauen wird durch seine herausragenden kulturellen Errungenschaften eine besondere Rolle im großen Zukunftskonzert der Völker einnehmen. Möge diese Chance, dieser Auftrag mit vollem Respekt und durch großartige Leistung wahrgenommen werden!

Durch die Einführung des Staats-Feiertages der Kultur (15. April) hat Litauen zweifellos einen wegweisenden Schritt in die Zukunft unternommen. Der diesjährige Tag der Kultur bestätigte und würdigte sogar den durch den großen Kosmopoliten und Künstler Nicholas K. Roerich im vergangenen Jahrhundert (1935) konzipierten PAX CULTURA, der zuallererst von den Baltischen Staaten gefördert und noch vor dem 2. Weltkrieg offiziell von rund 50 Staaten anerkannt wurde. Die Tatsache, dass die politische Führung Litauens während des diesjährigen Tags der Kultur den Friedens-Pakt reaktivierte und die Bedeutung dieser Idee durch einen offiziellen Staatsakt und das gemeinsame Hissen sowohl des „Friedensbanners” als auch der Staatsflagge würdigte und unterstrich, kann nicht genug hervorgehoben werden! Welch’ ein Freudentag für die Gesellschaft FRIEDEN durch KULTUR und die vielen anderen Teilnehmenden!

Ein solch mutiges Unterfangen ist der klare Beweis, dass hier der richtige Schritt in Richtung einer tragfähigen Zukunft unternommen wird! Und: es warten weitere, ähnlich geartete Schritte darauf, verwirklicht zu werden – zum richtigen Moment und nach abschließender Prüfung durch die politische Führung.

 

 

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