Deutschland: Noch nicht reif für gewalt- und kriegsfreie Konzepte

Wiederholt fragen Friedensfreunde im Ausland danach, wie der u.a. von der Int. Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ getragene und in der Öffentlichkeit vertretene Grundgedanke des PAX CULTURA bzw. des Roerich-Paktes angenommen wurde bzw. wird. Zur Er- u. Aufklärung bedarf es eines kulturgeschichtlichen Hintergrundwissens...

Die Antwort: In Deutschland und Österreich – im Unterschied zu Russland, dem Baltikum, der Ukraine, Kasachstan, Indien u.a. – kennt man den 1935 in Washington von rund 50 Staaten unterzeichneten Pax-Cultura-Vertrag zum generellen Schutz der Kulturgüter und kulturellen Einrichtungen wie Museen, Schulen, Kirchen und vieles andere mehr soviel wie nicht! Dieser Pakt bzw. Vertrag wurde 1945 von der UN/UNESCO inhaltlich stark verkürzt, in einem verunstalteten, für Kriegsparteien (Aggressoren) harmlosen Form in einer neuen Verpackung unter der Bezeichnung Weltkulturerbe bekannt – ohne Bezug auf den Initiator Nicholas K. Roerich und den mit ihm verbundenen Vorlauf (u.a. als Kandidat für den Friedens-Nobelpreis). Die Motive der Bewerbung um eine Anerkennung als Weltkulturerbe liegen primär im Kommerziellen – so z.B. als touristischer Werbe-Gag – decken sich aber nicht mit dem von N.K. Roerich vorgeschlagenen ersten Schritt einer kultur- wie friedensbewussten, ethischen Grundhaltung eines Staates, der sich als 'Kulturstaat' versteht!

Die Bürger in Deutschland haben die schrecklichen Jahrzehnte, die im vorigen Jahrhundert der Alltag zwischen „militärischer Totalzerstörung und relativem Wiederaufbau“ und die vielen Millionen Menschenleben, noch mehr an Verwundeten, Witwen und Waisen forderten, offensichtlich vergessen?! Jedenfalls zeigt sich öffentlich kein ernsthaftes Bekenntnis, gar ein konkretes beharrliches wie konsequentes Bemühen – weder im Bereich der Kultur noch der Politik – die ethisch gewalt- wie kriegsfreien Konzeptionen, so wie diese von der Int. Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ vertreten werden, aufzugreifen oder diese für die zwischenmenschlichen wie -staatlichen Gemeinschaftsstrukturen zu nutzen.

Für Bemühungen um und Werbung für friedens- wie gesellschaftliche Harmonie fördernde Gesellschafts-Konzeptionen, die u.a. auch materielle Substanz einfordern, ist die Bundesrepublik Deutschland in der heutigen stark materiell-egozentrisch ausgerichteten innerlichen Verfassung der Bürger offensichtlich noch nicht reif. Selbst das Mühen zahlreicher Friedens-Philosophen und Friedens-Kämpfer im und aus dem deutschsprachigen Kulturgebiet konnte das 'Herz' – hier geistig-organisch als Zentrum des Friedens- und Harmoniebedürfnisses des Menschen zu verstehen – (noch) nicht erreichen.

Aber: Kommt Zeit, kommt Rat...

(- wr -)

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