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Von Cornelia Blum Krieg ist die roheste Äußerung des menschlichen freien Willens! Wege zum Frieden führen über geistige Erneuerung und die Entwicklung des Herzens… Sucht man im „Duden“ nach dem Begriff „Krieg“, findet man die Definition: „mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt zwischen Staaten, Völkern; größere militärische Auseinandersetzung, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt“. Meyers Lexikon beschreibt – unbefriedigend aus der von uns einzunehmenden geistigen Perspektive – Ursachen, Formen, Bewertung des Krieges in einigen Spalten. Was aber meine Aufmerksamkeit erregt hat, ist der Ursprung des Wortes „Krieg“. Er stammt aus dem Althochdeutschen: chreg, (gesprochen: chreeg) und d. h. „Hartnäckigkeit“. Ich werde später noch einmal darauf zurückkommen. Schauen wir unter „Konflikt“ nach. Dies Wort stammt aus dem Lateinischen: confligere bedeutet „zusammenschlagen, zusammenprallen“, conflictus = Zusammenstoß: durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen o. ä. entstandene schwierige Situation, die zum Zerwürfnis führen kann. Es folgen wieder lange Erläuterungen. Die Konfliktforschung stellt sich z. B. die Frage: sind Konflikte zu bezeichnen als a) fortschrittshemmende Störung oder b) unabdingbarer „Motor“ und Stimulans des sozialen Wandels? Also auch in dem Sinne zu interpretieren, dass „der Krieg der Vater aller Dinge“ sei? Im Bereich der Technik könnte man meinen, dass der griechische Philosoph Heraklit (um 500 v. Chr.), auf den dieser Ausspruch zurückgeht, recht hat, denn kaum eine technische Erfindung wurde nicht zum Zweck der Kriegsführung erdacht oder zumindest nach ihrer Entwicklung für militärische Absichten verwendet. Ist Krieg oder Kampf Teil der menschlichen Natur? Eine genauere, wissenschaftliche Untersuchung der menschlichen Natur würde beweisen, dass der Mensch nicht unbedingt kriegerisch, wohl aber kämpferisch veranlagt ist. Aus geistiger Sicht erkennt man, dass der Kampf um die Erhaltung der Existenz, der Kampf um das geistige Dasein und die geistige Entwicklung im Kosmos tatsächlich unvermeidlich ist. Zugleich ist der Kampf gegen das Böse eine unabdingbare kosmische Erscheinung, und man muss ihn als ein besonderes Zeichen des Vertrauens des Schöpfers lieben lernen. Es gibt sogar im höheren Bereich keinen absoluten Pazifismus, denn selbst der geistige Widerstand gegen das Böse, ohne dabei handgreiflich zu werden, ist ein aktiver Kampf im wahrsten Sinn des Wortes, der Mut und Heldentum verlangt und mit dem Feuer des Geistes ausgefochten wird. Auch ein Pazifist, der geistigen Widerstand gegen den sinnlosen Militarismus leistet, ist in Wahrheit ein Kämpfer und Aktivist. Kampf = Ringen Jeder Mensch muss seine eigenen niederen Eigenschaften bekämpfen und überwinden. Hier setzt schon die aktive Friedensarbeit an. Das tägliche Leben stellt wahrlich ein Schlachtfeld für den Kampf mit unseren negativen Eigenschaften und Gewohnheiten im Zusammenleben mit Familie und Gesellschaft dar, ein Kampf zwischen den höheren und niederen Eigenschaften in uns. Diesem Kampf kann niemand entgehen, denn auf dem Weg der Selbstvervollkommnung muss jedermann den Kampf mit seiner niederen Natur aufnehmen, um in die höheren geistigen Welten eintreten zu können, was die Bestimmung aller Menschen ist. Um in seiner geistigen Entwicklung voran Im gesamten Weltenall gibt es keinen Aufstieg und keine Lebenssicherung ohne Kampf, denn nur durch diesen werden die eigenen Energien und die des Kosmos verstärkt. Kampf aber bedeutet nicht Mord und Krieg, das ist streng zu unterscheiden, sondern Ringen um die Vervollkommnung der Daseinszustände im materiellen wie im geistigen Bereich, somit Kampf um eine bessere Existenz, Ringen um höhere Erkenntnisse und ein größeres Wissen. Kampf als unvermeidliche Notwendigkeit darf jedoch niemals zu Mord und Krieg führen, niemals darf er in intoleranter Weise die Lebensinteressen anderer Menschen zunichte machen. Mord und Angriffskriege sind die niedrige und blutige Form des Kampfes. Krieg ist die roheste Äußerung des menschlichen freien Willens! Der Kampf gegen das Böse: ein geistiges Anliegen Es muss zuerst festgehalten werden, dass es nichts absolut Gutes und nichts absolut Böses gibt. Denn was für den einen gut ist, kann gleichzeitig für einen anderen böse sein und umgekehrt. Das Böse hat somit als Gegenkraft zum Guten seine Existenzberechtigung, sonst könnte dieses in der geoffenbarten Welt gar nicht hervortreten. Das heißt aber nicht, dass sich der Mensch dem Bösen zuwenden soll, sondern das Böse früher oder später zum Guten transmutieren muss. Widerstand gegen das Böse stellt auch keineswegs Rache dar, sondern setzt den Schutz des allgemeinen Wohles voraus. Der Kampf gegen das Böse ist also ein geistiges Anliegen. Geistiger Krieg ist erbitterter als jede Schlacht mit irdischen Waffen. Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der sich auf die Dauer der geistigen Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis entziehen könnte. Die Widersetzung gegen das Böse verlangt, dass wir jederzeit bereit sind, uns mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen das Böse zur Wehr zu setzen, d. h. auch notfalls mit Waffengewalt. Notwehrrecht ist ethisch und karmisch gerechtfertigt. Zwei Methoden der Abwehr und der Widersetzung gegen das Böse gibt es: eine aktive und eine passive. Auch passive Abwehr ist im geistigen Sinne höchst aktiv und sie kann, geistig gesehen, sogar noch härter sein als eine physische aktive Abwehr. Ursachen der Kriege ... ... eine Vielzahl auf allen Ebenen: Doch alles Geschehen hat primär seine Ursache im Geistigen und muss zuerst in Gedanken vorbereitet werden. Das ganze herrschende Chaos spiegelt sich vor allem im Denken jener Menschen, die noch nicht nach der Ordnung der kosmischen Gesetze zu leben imstande sind. Wie wichtig ist es deshalb, die kosmischen Gesetze wieder in das Leben hereinzuholen, sie verständlich zu machen, sie zu erden. Jede Sekunde werden gigantische Mengen zerstörerischer Gedankenkräfte, wenn auch in noch so geringer Potenz, in den Weltraum gesendet. Dort rotten sie sich jedoch zu gewaltigen Massen zusammen, verstärken sich und bilden gewaltige Reservoirs chaotischer Kräfte. Diese verursachen elementar Naturkatastrophen, Kataklysmen, aber auch Kriege. Die meisten aller Kriege entstehen aus religiösen Differenzen, aus unterschiedlichen Lebens- und Weltanschauungen. Noch nie war die Lage des Planeten so ernst und gefährlich wie jetzt. Noch nie gab es dieses Ausmaß an psychischer Entartung, und in diesem ganzen Geschehen entartet auch die junge Generation, die gesamte Zukunft. Wie soll und kann sich ein junger Mensch zu einem positiven Gestalter des Lebens entwickeln, wenn er von den Negativauswirkungen des überentwickelten Intellekts, der auch die Natur als Lebensgrundlage zerstört, von Völker- und Rassenhass, Macht- und Besitzgier, Intoleranz, Missachtung der Rechte und der Freiheit, von Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Glaubensfanatismus umgeben ist, deren schreckliche Bilder in der Mediengesellschaft tagtäglich auf brutale Weise auf ihn einprasseln? Und wenn er nicht einmal etwas über die Zusammenhänge von bluthaltiger Nahrung und kriegerischer Gesinnung weiß? Grundsätzlich erzeugt Massenmord, ob im Krieg oder Schlachthaus, eine verunreinigte Atmosphäre und verursacht in der Feinstofflichen Welt Verwirrung, erschüttert die umgebende Atmosphäre und stärkt die Kräfte der Finsternis und des Chaos. Eine weitere Hauptursache für Kriege ist die Unkenntnis über bzw. das Missachten des wichtigsten Gesetzes des Kosmos: des Gesetzes von Ursache und Wirkung. Der Mensch ist zwar in seinem Denken und Handeln vollkommen frei, d. h. er besitzt absolute Wahlfreiheit. Im Erleiden seines Schicksals ist er jedoch durch Karma gebunden, und dies erzwingt geradezu das Erkennen seiner Verantwortlichkeit. Alle Weltlehrer haben in Ihren Lehren und Weisungen dieses große Gesetz gelehrt, doch die Menschen haben es ignoriert. Unwissenheit und Unkenntnis der Naturgesetze sind die größten Hindernisse bei der Überwindung des gegenwärtigen Dilemmas. An dieser Stelle muss noch der freie Wille des Menschen Erwähnung finden: der freie Wille wurde als eine der höchsten Gaben dem Menschen überreicht, und niemand, auch nicht unsere Höchsten Lehrer und Führer, dürfen einen Zwang auf diesen freien Willen ausüben. Es kann uns also nur eigene Erkenntnis kosmo-gesetzlich sozusagen „zwingen“, die kosmischen Gesetze zu beachten, Schlüsse und Konsequenzen zu ziehen und dadurch zu erkennen, dass der vermeintliche „Zwang“ ja etwas ist, was uns „dient“, und dass diese wunderbaren und absolut unumstößlichen, unbestechlichen, nicht korrumpierbaren Kosmischen Gesetze somit ein Geschenk höchster Gerechtigkeit darstellen – von dem wir uns be-dienen dürfen, das wir nützen und be-nützen dürfen. Fällt es uns somit nicht leichter, im Kleinen wie im Großen in Freiheit die Entscheidung zu treffen, uns auf die Seite des Lichtes zu stellen? Wege zum Frieden durch geistige Erneuerung und Entwicklung des Herzens Die Macht der reinen, friedenstragenden Gedanken, auch jene von allen Kirchen der Welt, wäre imstande, jeden Krieg zu verhindern. Schlüssel hierzu wären die Priester sämtlicher Weltreligionen, die diesem Ziel aus innerster Überzeugung dienen müssten. Notwendiger als alle Konferenzen sind daher tägliche – wie in der Kleinen und Großen Anrufung formulierte – selbstlose Gedanken für den Frieden. Sie sind von primärer Bedeutung. Sie können Voraussetzung dafür sein, dass auch Konferenzen zu einem Erfolg führen und der Frieden tatsächlich auf Erden einziehen kann. Jeder Mensch ist in der Lage, einen aktiven Beitrag durch Entwicklung des Herzdenkens, der Intuition, für den Frieden zu leisten und dadurch nicht nur sich selbst, sondern der gesamten Menschheit zu helfen. Wenn religiöses Wissen und die allgemeine Ethik auf einer höheren Stufe stünden, ließen sich alle Probleme auf friedliche Weise lösen. Und somit ist es die wichtigste Aufgabe, die Menschheit auf eine höhere geistige und ethische Stufe zu heben, wo kraft religiösen Wissens ein friedliches Zusammenleben aller Menschen und Völker möglich ist. Auch hier haben wir das Geschenk der LEBENDIGEN ETHIK oder AGNI YOGA, der Lehre, die eine Synthese aller Religionen darstellt, von allen Menschen angenommen werden kann und als Basis für die geistige Entwicklung im Wassermann-Zeitalter gilt. Auch Verständnis und Wissen über die Psychische Energie, die selbst nichts anderes als kosmisches Feuer oder AGNI ist, muss erworben werden. Denn was sich für die kommende Evolution, für die neue Epoche als untauglich oder unbrauchbar erweist, wird vom Feuer vernichtet werden. Und die Menschen müssen sich als Mitarbeiter der Evolution betrachten – aktiv sein, geistig wie praktisch! In erster Linie muss eine ethische Erneuerung stattfinden. Und dem Kampf mit den eigenen negativen Eigenschaften muss die größte Anstrengung gewidmet werden. Wenn Glauben, Religionen sowie Staatsmoral versagen, muss der wissenschaftliche Beweis für die Zweckmäßigkeit von Recht, Anstand und Wohlwollen durch das Gesetz von Ursache und Wirkung erbracht werden. Der denkende Mensch von heute muss wissen, warum er so und nicht anders handeln muss – zu seinem eigenen Wohl und zum Nutzen seiner Mitmenschen. Und diese grundlegende Erkenntnis vermittelt heute nur eine moderne, das heißt eine lebendige, zu lebende Ethik auf wissenschaftlicher Grundlage. Es muss eine innere, geistige Wandlung stattfinden. Primär nötig ist also der Austausch beziehungsweise die Umwandlung der alten und überholten Weltanschauungen gegen eine neue und bessere. Wer eine Weiterentwicklung der Denk- und Handlungskultur kann und muss man unbedingt politische Verhältnisse vorbereiten, die ein UNIVERSALES WELTREICH herbeiführen, in dem alle Kriege zwischen den Völkern aufhören und friedliche Zustände eintreten. Auch der „PAX CULTURA“ („Frieden durch Kultur“, im „Friedenspakt“ von N.K. Roerich konzipiert) ist hierzu ein wesentlicher Baustein. Heute dient dazu u.a. das Programm der „Welt-Spirale“. Es zeigt einen gangbaren Ausweg aus der chaotischen Weltsituation. Zur Einigung der Welt darf keine Gewalt angewendet werden, sie muss mit friedlichen Mitteln gelingen und zwar auf dem Wege über Verhandlungen, gegenseitige Duldung, Anerkennung und Dienstbereitschaft. Der Weg der Synthese Wir müssen endlich den Weg der Synthese beschreiten, d. h. den Weg zu einem wissenschaftlichen Gottesbild und -verständnis einerseits und zu einem gemeinsamen universalen Weltfriedensreich andererseits, denn nur ein Reich kann mit sich allein keine Kriege mehr führen, wie Dante Alighieri dies bereits erkannte. Die geistige Erneuerung und die geistige Aufklärung der Menschheit im Sinn einer gelebten höheren Ethik ist und bleibt die wichtigste und notwendigste Aufgabe auf der Erde, da nur durch eine höhere Ethik und durch höhere Erkenntnisse ein wahrer Weltfriede eintreten wird, der friedliebende Nationen und Rassen voraussetzt. Die Parole der Zukunft hat daher nicht ewiger Krieg, sondern ewiger Friede zu lauten. |

