Russlands Kulturpolitik

Auch das wissenschaftlich sehr gut gebildete Russland ist in einem Neu-Ordnungsprozess und sucht zur Harmonisierung der Gesellschaft  mehr und mehr eine Zusammenarbeit mit religiösen Gruppierungen.

Die Zahl der Leser, die sich aus mittel-europäischem Verständnis in Richtung „Osten“ geistig-kulturell, auch gesellschaftlich-politisch weiter bilden wollen und besonders an der durch uns – der Int. Gesellschaft „Frieden durch Kultur“, (die immerhin bis in die Mongolei reichend als Netzwerk organisiert ist) und der Int. ETHISCHEN Gesellschaft „WELT-SPIRALE“, (die ebenfalls in einem Netzwerk mit zahlreichen Vereinigungen, die sich mit dem Weltbild der ROERICHS identifizieren in geistesbrüderlicher Beziehung steht) – vertretenen Perspektiven interessiert sind, nimmt deutlich zu. Die Aktualität der überwiegend deprimierend-destruktiven Ereignisse in Ost und West – wenngleich qualitativ unterschiedlich – bewegt dazu, den Kopf bzw. das Bewusstsein ’gen Osten’ zu wenden, um die dortigen Geschehnisse besser zu verstehen – vielleicht sogar zu 'würdigen'. Unter anderem deswegen, weil auch in Zukunft das „Licht aus dem Osten“ kommen wird – auch dann, wenn es zeitweise durch „Rauchsignale“ aus dem Westen verdeckt wird. Dabei gilt es betont festzuhalten, dass auch der 'Osten' in einem Umstellungs- wie Neu-Ordnungsprozess steht, der sich – leider – kaum bzw. nicht an westlichen Leitbildern orientieren kann, weshalb auch Experimente – wie solches besonders China zeigt – notwendigerweise den dortigen Alltag prägen. Solange aus den dabei gemachten Fehlern und Erfahrungen ernsthaft wie radikal die Konsequenzen gezogen werden, stimmt die Richtung.

Die Kulturpolitik Russlands konzentriert sich in erster Linie auf die zu Russland gehörenden multi-religiösen und -ethnischen Gruppierungen. Mit diesen gilt es – von Seiten der 'großen' Politik – einen gesellschaftlich konstruktiven Konsens zu entwickeln und gemeinsam mit den Führungsrepräsentanten der zahlreichen religiös-ethnischen Gruppierungen ein konstruktiv-friedliches Einvernehmen sicherzustellen, damit sich die Politik ungestört ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden kann. In einigen Staaten der Russischen Föderation wurden u.a. auch die 'Ältestenräte' reaktiviert, die – wie schon seit vielen Generationen – heute noch immer einen sehr starken Clan-Einfluss ausüben und klugen Politikern wichtige wie weise Berater sind bzw. sein können. Weil die politischen Parteien im Unterschied zu den großen Religionen oft nur ein sehr kurzes Legislatur-Dasein fristen, hat der ehemalige Präsident Russlands, Putin, den Pfad der Förderung und Zusammenarbeit mit den Kultur- und Religionsgemeinschaften beschlossen – natürlich mit jenen, mit denen sich die Bevölkerung Russlands schon seit Jahrhunderten bzw. Generationen identifiziert.

Mit Vorstehendem verbunden entstanden unter Putins Führung größere Projekte, die – interessanter- wie richtigerweise – auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften – selbst den 'atheistischen' – angelegt sind! Letzteres ist deswegen wichtig, weil ein Großteil der Russen seit ihrer sehr guten wissenschaftlich fundierten Bildung zu „Atheisten“ mutierte und den „Theismus“ in seinen konfessionellen Entartungen ablehnt. Setzt man aber GOTT mit „Universum/Kosmos/Natur“ oder ähnlichem gleich, dann sind – vereinfacht – 'alle Atheisten' sofort „Theisten“, da sie in wissenschaftlicher Weise nur den personifizierten „Schöpfergott“, der nach Belieben alles aus dem Nichts schuf, ablehnen. Die Zusammenarbeit von Christen, Muslimen und Vertretern des Judentums, aber auch von Buddhisten mit den vorstehenden Gruppierungen, läuft offensichtlich gut.
 
Dass Missionare aus fernen Landen, die ihre primär us-amerikanischen Sektenvorstellungen mit Fleiß und zahlreichen Geschenken verbunden, im 'Osten' verkaufen, bestenfalls bei der Jugend gut ankommen, die alles Neue bzw. Westliche gerne annimmt, ist verständlich. Hier zeitigen die amerikanischen Sekten relativ die größten Erfolge, da man qualifizierten Neumitgliedern u.a. auch ein Studium in den USA ermöglicht, was einer „Eintrittskarte in den Himmel“ gleichkommt und vielfach zu ’ewiger’ Dankbarkeit verpflichtet.
 
Das Hauptaugenmerk zum Erreichen eines gesellschaftlich-inneren Friedens liegt daher in einer gesellschaftlich-administrativen Synthese, die sich relativ reibungslos ergänzt, sich laufend optimiert und über ethische Kompromisse handlungstechnische Ausgleichsformeln sucht, findet und umsetzt. Die vielfachen Initiativen, die unter V. Putin in dieser Richtung gesetzt wurden, zeigen heute gute Erfolge. Da diese neue Art gesellschaftlicher Harmonisierung für das gigantische Reich der ehemaligen Sowjetunion neu ist, sind natürlich auch Widerstände in Kauf zu nehmen.            (- wr -)
 
 
 
 
 
 
 

 

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