Türkei – „Turkstaaten”: außerordentlich wichtige Brückenstaaten Eurasiens
W. Augustat

Für einen künftigen Welt-Frieden ist es bedingungslos notwendig, friedensverbindende Beziehungen zu den sog. Turkstaaten aufzubauen. Sie bilden die Brücke zum geistig-künstlich getrennten Großkontinent Europa und  Asien - "EURASIEN". Geschichtlich belegt sind die eminent wichtigen Handelsstraßen, über die nicht nur Waren sondern auch geistig-kulturelle unschätzbare Werte aus dem Orient in den Okzident transportiert wurden.
 
Abgesehen von den Millionen Bürgern, die aus verschiedenen EU-Staaten ihre Urlaube offensichtlich zur vollsten Zufriedenheit in der Türkei verbringen, scheinen die Europäer für diesen Groß­staat, der neben Russland als Brücken-Staat den Schlüssel für das dringend erforderliche Zusammenwachsen von Europa und Asien (das Wiederentstehen des Großkontinents „Eurasien”) besitzt, kaum Verständnis zu haben. Millionen von Türken, die bereits Jahrzehnte, nun schon in der zweiten und dritten Generation, kulturell wie gesellschaftlich Mitteleuropa als deutsch-österreichische Mitbürger bereichern, scheinen bei den EU-Bürgern weder Verständnis noch Interesse für die kultur-gesellschaftlichen und geo-strategischen, noch mehr wirtschaftlichen  Potentiale der sog. „Turkstaaten”, deren Völker und Kulturen, erweckt zu haben.
 
Nachstehend sollen einige Hinweise und Gedanken aus aktueller Sicht zu diesem „eurasischen” Viel-Völkerverbund, der – abgesehen von Russland – die geo-kulturelle wie geo-politische Brücke zwischen den künstlich getrennten (aber als Landmasse zusammenhängenden) Teil-Kontinenten Europa und Asien bildet, das Bewusstsein der Leser in Richtung des schrittweise entstehenden 'Weltbürgertums' erweitern. Eine weitere Vertiefung des Wissens um die Turkvölker und Turkstaaten, um deren Kultur, Religionen und Traditionen kann darüber hinaus nur empfohlen werden. Durch diese Regionen liefen die ur-alten Transport- und Reisewege (Seiden-, Salz- und Gewürzstraßen), die als Hauptverkehrsadern die Fundamente all jener Kulturbausteine und Wissenselemente boten, über die aus dem Osten unvorstellbare Schätze, auch geistig-kultureller Art, über die vorderasiatische und kaukasische Brücke in den Okzident, in das Abendland transportiert wurden.
 
Negative Begegnungen und Lager entstanden, als der Westen seine speziellen Armeen in diesen Bereichen einsetzte – Missi­o­nare, Politiker/Imperialisten, Kampftruppen – die das Entstehen von Völkerfreundschaften bis heute belasten. Zu den heute offiziell geführten Kriegen im Irak, Palästina und Afghanistan, in welchen die ehemaligen west-europäischen Kolonialmächte führend aktiv sind, kommen zahlreiche nicht-offizielle, über Geheimdienste und 'NGOs' geführte Auseinandersetzungen – abgesehen davon, dass die von westlicher Seite errichteten Wirtschafts- und Finanz­diktaturen in Ländern Vorderasiens, in Afrika und Lateinamerika aus kultureller Sicht als „Kriege” zu klassifizieren sind.
 
Die  große Brücke zwischen Europa und Asien
 
Über das politisch-wirtschaftliche Geplänkel hinaus, welches sich die EU mit der Türkei liefert, sind bis heute kaum freundschaftliche Bande Europas in Richtung der Turkstaaten entstanden. Diese umfassen auch heute noch eine Staatengruppe, in welchen allein in 7 Staaten als Amtssprache „türkisch” gesprochen wird; hinzu kommen über 10 weitere Staaten, deren mehrheitlich völkisch-kulturelle Majorität sich als „Turkvolk” versteht. Allein das neue Russland förderte das Entstehen einer gemeinsamen, kulturell-gesellschaftlichen Plattform mit diesen Staaten, insbesondere mit der Türkei, die auf kultureller Ebene unter anderem in der Initiative „Eurasischer Dialog” von Seiten der Regierungen, der Kultur­wissenschaften und Religionen mitgetragen werden. Die Türkei ist dabei, diese Staaten um sich herum – analog zur „EU” – zu einem Verbund zusammen zu fassen, was die EU-Staaten und die USA/Israel nicht unbedingt fördern. Auch aus diesem Grund richten die Türkei und die übrigen Turkstaaten ihren Orientie­rungs­blick immer mehr gen Osten und sympathisieren verstärkt mit der „Shanghai-Gruppe”, d.h. mit dem Verbund der Großstaaten Russland, China, Kasachstan und anderen. Die historische, über lange Zeiträume von Seiten des Westens mit allen Mitteln betriebene missionarisch-religiöse, gesellschaftlich-kulturelle Abwertung und militärisch-wirtschaftliche Ausbeu­tung dieser Regionen, der bis heute nur strategisch bedingte Einla­dungen zur NATO-Mitgliedschaft und damit verbundener Zwangs­ver­pflichtungen folgten, brachten sehr schwache, bestenfalls an Energieressourcen interessierte Kommunikations-Verbindungen hervor. Turkvölker und -staaten, deren positive Potentiale, Möglich­keiten und geo-kulturelle Aufgaben sind daher für die ideologisch-westlich manipulierenden Medien keine Themen.
 
Die Eurasischen Brückengebiete festigen sich immer stärker –
gesellschaftlich und geo-politisch
 
Unter dem Führungseinfluss Russlands und durch tatkräftige Unterstützung der Türkei festigten sich u.a. auch die kulturellen Netzwerke zwischen den ethnischen und kulturellen Gruppie­rungen der verschiedenen Staaten zu einem grenzüberschreitenden, offenen, auf Völkerverständigung und Völkerfrieden basierenden Netzwerk. Dieses wird zusehends aktiver und trägt zum politischen, aber auch zum kulturell-friedlichen Ausgleich und Dialog zwischen den viel-hundertfach ethnisch-kulturell unterschiedlichen Gruppen im politischen Einflussgebiet Russlands, der Türkei und der Turkvölker im Allgemeinen bei!
 
Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung ist es uns eine Freu­de, davon zu berichten, dass 'unser' Präsident der Interna­tionalen Gesellschaft „Frieden durch Kultur”, Prof. Dr. R.B. Rybakov, im Jahr 2003 zum Präsidenten des vorstehend indirekt angesprochenen Netzwerkes für einen Zeitraum von 4 Jahren gewählt wurde – und er durch zyklischen Wechsel der Präsidentschaft heute als „Ehren-Präsident” auch weiterhin für diese Vielvölker-Freund­schafts-Einrichtung in führender Position tätig ist. Diese Bewegung umfasst rund 20 Staaten und nennt sich „Eurasischer Dialog” bzw. „Eurasische Plattform”. Analoges gilt auch für den geo-politischen und geo-strategischen Bereich des intrigen-umkämpften Kaukasus, wo unsere Gesellschaft „Frieden durch Kultur”-Europa in Zusam­menarbeit mit offiziellen Institutionen aus Nord-Ossetien und Russland ein „Friedensinstitut im Kaukasus” (Wladikawkas) ins Leben rief (wir berichteten mehrfach über diese Initiative). Unter anderem leistete dieses Institut offizielle Hilfe beim Wiederaufbau von Schul- und Bildungseinrichtungen in Nord- und Süd-Ossetien – auch mit Sachspenden und Finanzmitteln, nachdem durch die georgischen Kriegshandlungen große Schäden an Schulen sowie andere Verluste entstanden waren. Der Kaukasus kann nur dann zu sich selbst und zu einem friedvollen Miteinander finden, wenn sich mutige, qualifizierte, opferbereite „Friedenskämpfer” für die vor Ort stattfindenden Bildungs- und Harmonisierungstätigkeiten zur Verfügung stellen. Dazu erbitten wir für die Gesellschaft „Frieden durch Kultur”  auch Ihre Förderung (in Deutschland steuerlich absetzbar), geehrte LeserInnen!
 
Darüber hinaus konnten wir im Sinne der Brückenbildung in den letzten Jahren bei Frieden stabilisierenden Großkonferenzen in Tschetschenien aktiv mitarbeiten – in Zusammenarbeit mit moslemischen, christlichen, jüdischen Autoritäten, gefördert von Politi­kern aus Russland und dem Staatspräsidenten Tschetscheniens.
 
Im Besonderen sollte den seit über zwei Generationen in einem kriegsfreien Europa lebenden Mitteleuropäern bewusster werden, dass „Kriege” nach Beendigung des 2. Weltkrieges nicht aus der Kul­turgeschichte unseres Planeten verschwanden, sondern in andere geographische Regionen und Kontinente ausgelagert wurden. Die offizielle Statistik über seit 1945 durch Kriege getötete Men­schen weist über 20 Millionen auf. Diese Mitmenschen wurden fast ausschließlich mit aus westlichen Wohlstandsstaaten bzw. Zivili­sa­ti­ons­ländern gelieferten Super-Waffen ermordet. Von der Zahl der in diesem unwürdigen Geschehen geschädigten Mitbür­gern, Verwun­deten, Verstümmelten, Verschleppten, darunter ein hoher Teil an Kin­dern, Jugendlichen, Frauen, Kranken und Alten, ist in keiner Statistik die Rede. Interessanterweise haben in diesem Geschehen westliche Förderer, Mitmacher, Hintermänner, Krieg schürende Ge­heim-Institutionen nicht verabsäumt, jene Produkte, Güter und im übrigen Ausland Begehrtes rechtzeitig außer Landes zu bringen („Export”) oder wenigstens ‚ungestörte’ Transportwege hierfür si­cher­zustellen, für Dinge, die man lukrativ in den westlichen „Kul­tur”-Staaten unterbringen kann – Kulturschätze, Rausch­gift und vieles Andere von Wert. Umgekehrt funktioniert der Nach­schub von Waffen aller Art aus westlicher Produktion (Import)  bestens.
 
Angesichts solcher Tatsachen gilt es umso mehr, den ewigen, prinzipiellen Kampf („Krieg”), der das Leben für Jedermann zwischen „Gut und Böse”, zwischen „Ordnung und Chaos”, zwischen „Gott und Teufel” offensichtlich als pragmatische Bewährungs­phase durchzieht, als unausweichliche Wirklichkeit zu begreifen und mutig den gewaltfreien Kampf gegen das Böse, gegen dieses Chaos und gegen die in allen Facetten schillernde Mafia dennoch aufzunehmen.  Der Mensch ist auf dem Weg, sich zwischen Ord­nung oder Chaos, für Gut oder Böse, für Gott oder für den „Teufel” zu entscheiden. Mit jedem Ordnungsgedanken, jeder Ordnungstat, jeder Förderung des Guten und Richtigen kommen wir – als Menschheit – jener krisen- und kriegsfreien Zeit näher, von der wir alle träumen! Ohne Frage gehört hierzu auch die direkte und indirekte Unterstützung der kulturell-ethnischen Völkerfreund­schaf­ten, welche die geistig-künstlich getrennten Kontinente Europa und Asien wieder zusammenwachsen lassen – durch aktives Enga­gement und Interessenwahrnehmung im Sinne einer wahrhaftigen Völkerverständigung!
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