Islam – Religion friedvollen Aufbaus und sozialer Gerechtigkeit

"IV. Int. Friedensforum" in Grosny/Tschetschenien im April 2011
Konferenzbericht von W. Augustat

⇒ Achmat-Kadyrow-Moschee, Grosny

17.12.2011 • Unter diesem Titel fand vom 25.-27. April in Tschetschenien das IV. Internationale Friedensforum statt, zu welchem hochrangige geistige Führer und Repräsentanten in der Hauptstadt Tschetscheniens zusammen kamen. Ziel dieses Forums war es, das revolutionspolitische „Feuer“ zu analysieren, welches augenscheinlich im arabisch-afrikanischen Kulturraum um sich greift, und friedensaktives, gewaltfreies Verhalten und Ausgleichsbemühungen von Seiten der religiösen Potentiale gegen die Bürger- und Bruderkriege zu aktivieren.


Fremdeinflüsse fördern die exzessiven Konfrontationen im arabischen Kulturraum

Das derzeitige politische Geschehen im gesamten arabischen Kulturraum zerstört – wie noch vor kurzem in Tschetschenien – die traditionelle, über Jahrhunderte gewachsene, gesellschaftlich harmonische Kultur- und Vielvölkergemeinschaft, so dass es sogar zu exzessiven Konfrontationen innerhalb der Bevölkerung kam. All dieses Geschehen steht im Gegensatz zu den aus dem Koran – der Lehre des Propheten Mohammed – reflektierenden Verhaltenshinweisen. Es steht bei diesem Geschehen außer Frage, dass interessengebundene Fremdeinflüsse diese gewaltreichen Gegensätzlichkeiten nicht nur über die Medien, sondern auch finanziell, durch so genannte Beratung und Waffenlieferungen größeren Umfangs, durch direkte militärische Ein- und Übergriffe aus dem Ausland förderten. Aus diesem Grunde ist man von Seiten des religiös-islamischen Netzwerkes sehr bemüht, die Gewalt-Exzesse durch ethische und friedensstiftende Einflussnahme und Maßnahmen zu minimieren.
 

Leidvolle Erfahrung Tschetscheniens (Russlands) bewirkt historische Wende und trägt reife Früchte

Da Tschetschenien bzw. Russland bekanntlich in den letzten zwei Jahrzehnten eigene, für das Volk sehr schmerzhafte Erfahrungen ähnlicher Art machen musste, eignen sich sowohl der Ort (Grosny) als auch die Erfahrungen der islamisch-spirituellen Führung der Kaukasus-Gebiete, für ein Dialogforum zur erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Politik und Kultur (Religion). Thematisch ging es auch dieses Mal um konsequentes ethisch-friedvolles Verhalten, welches von Seiten der Religionsvertreter als einziges Frieden bildendes Mittel anzuwenden ist. Dieses 'Rezept', welches als historische Wende durch den Ex-Präsidenten Russlands Wladimir Putin und den Präsidenten der Republik Tschetschenien Ramsan Kadyrow vor rund 10 Jahren vereinbart wurde, trägt reife und wunderbare Früchte, die auch vor Ort durch die geleistete Aufbauarbeit sichtbar werden. Diese Reflexion eignet sich als gesellschaftlich-kulturelle Referenz außerordentlich, denn das dort erklingende fröhliche Kinderlachen ist bekanntlich aus der profit-gierigen Gesellschaft in zahlreichen westlichen Staaten kaum zu hören und vielerorts bereits verschwunden.

Russland wird – auf Wunsch seiner Bürger – das „Islam-banking” einführen

Das hervorragend organisierte und geleitete IV. Friedensforum befasste sich u.a. auch mit den real-gesellschaftlichen Hintergründen, die direkt und indirekt die Friedensbemühungen behindern bzw. blockieren. Hierzu gehören unter anderem auch die auf Spekulation und Zinseszins aufbauenden 'westlichen' Finanz-Systeme. Bekanntlich unterscheidet sich das Islam-banking im deutlichen Maße hierzu, da der Koran das praktizierte „Zinseszins-System” – richtigerweise – aus zahlreichen ethischen Gründen ablehnt. Das IV. Weltforum richtete daher in einer einstimmig angenommenen Resolution an die politische Führung der Russischen Föderation den Appell, auch in Russland das „Islam-banking” einzuführen! Zwischenzeitig liegen aus Moskau seitens der politischen Führung zustimmende Reaktionen vor! Das Islam-banking entspricht, bereits über Jahrhunderte absolut erfolgreich bewährt, den konkreten Bedürfnissen und Anforderungen des islamischen Kultur- und Wirtschaftsraumes. Da die westlich-spekulativ strukturierten Finanz- und Banksysteme dabei sind, sich selbst zu eliminieren, wird man auch zunehmend von anderen Kulturen lernen müssen, um sich nicht noch mehr aus dem mehrheitlichen Kreis der Menschheit zu entfernen, die sich offensichtlich in spirituell-kultureller, politisch-gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht 'anders' orientiert!

In dem angesprochenen „Islamic-banking-system” wird das „Internationale Friedensforum” in Tschetschenien im Aufsichtsrat aktiv vertreten sein, um sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze im praktischen Geschehen beachtet werden. Des Weiteren betrachtet das IV. Friedensforum die materielle Armut und soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung als das Primärproblem, welches von Seiten der Politik zu lösen ist.

Weitere Stabilisierung der kulturell-gesellschaftspolitischen Strukturen im Kaukasus?

Innerhalb der zentral-europäischen und zentral-asiatischen geo-politischen Struktur nehmen der KAUKASUS und das dortige kulturell-gesellschaftliche Geschehen eine dominierende und zentrale Position ein. Die Friedenssicherung und -stabilisierung dieses außergewöhnlichen Kulturraumes, in welchem rund 450 verschiedene Ethnien (Völker) ihre Heimat gefunden haben und sich über Jahrtausende weitestgehend friedlich untereinander organisierten, ist u.a. auch für Mittel- und Westeuropa von höchster Bedeutung. Da der Kaukasus zugleich im heutigen geo-politischen Ringen stark beeinflusst wird (speziell durch die von westlicher Seite praktizierte Strategie, durch Fremdmächte wie die USA und darüber hinaus die NATO!), sollten die gesellschaftlich-kulturellen Friedensstrukturen besonders gefestigt werden, auch wenn dieser Raum inzwischen als politisch 'friedlich' zu klassifizieren ist.

Mit dieser Zielsetzung befasste sich auch ein Antrag unserer Int. Gesellschaft "FRIEDEN durch KULTUR”! Dieser Antrag sieht u.a. vor, dass die politische Seite die über Jahrtausende zur gesellschaftlichen Harmonisierung und Friedensgestaltung bestens qualifizierten „ÄLTESTENRÄTE“ in den vielschichtigen Völkern und Clan-Strukturen wieder aktiviert und letztere als Dialog- und Kommunikationspartner, als sach- und fachkundige ethische Berater durch die lokal- und regionalverantwortlichen Verwaltungsinstitutionen gehört bzw. zum Wohle der Harmonisierung des Gesamt-Kaukasus genutzt werden.

Zugleich – so der Antrag – sollte neben der erneut zu belebenden Institution des Ältestenrates auch gesellschaftspolitisch eine „Völker-Versammlung” (analog zu der in Kasachstan sehr erfolgreich tätigen People's Assembly) initiiert und als kulturpolitisches Instrument Dialoge und Zusammenarbeit zwischen Politik und den zahlreichen Völkern im Kaukasus sichern bzw. intensivieren helfen. Die spirituellen Führer des Kaukasus sehen aber zurzeit keinen Bedarf bzw. aus tagespolitischen Gründen (Parlaments- und Präsidentenwahl in Russland) keinen aktuellen Anlass – betonen jedoch ausdrücklich, dass die Stimmen der „Ältesten“ grundsätzlich in allen Besprechungen und Beschlüssen Berücksichtigung finden ...

Das IV. Peace-Making-Forum in Tschetschenien (wie auch die drei vorhergehenden) setzte offensichtlich auch dieses Mal Impulse mit weltweitem Ausstrahlungsradius, wie die Teilnahme der spirituellen Führer aus Fernost, Afrika und besonders aus den Gebieten Russlands zeigt. Die Welt bedarf dringend der spirituellen, aber auch der politischen Führung mit kulturellen Verständnisstrukturen. Solche müssen herangebildet werden! Die in Tschetschenien praktizierte erfolgreiche Zusammenarbeit von Politik und Kultur spricht durch konkrete und qualitative Wirkungen für sich – für den Frieden und das Wohlergehen von Millionen Menschen im Kaukasus (dem zur Russischen Föderation gehörenden nördlichen Teil).
 

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