Albert Schweitzers Appell gegen die Atomrüstung

Albert Schweitzer veröffentlichte vor 50 Jahren seinen Atomrüstungsprotest – aus dem offensichtlich später nur der Staat Österreich Konsequenzen zog und jegliche, friedliche wie nicht-friedliche, Technik, die mit der Atomkernspaltung zu tun hat, auf seinem Territorium per Volksabstimmung untersagte.

Auszüge aus dem Appell gegen die Atomrüstung -  Aus: Zeit-Fragen, Nr. 19, 14.5.07 -

Die Grundidee des Guten besteht also darin, dass sie gebietet, das Leben zu erhalten, zu fördern und zu seinem höchsten Wert zu steigern; und das Böse bedeutet: Leben vernichten, schädigen, an seiner Entwicklung hindern. (S. 111)

In unserer Zeit müssen wir uns also darüber im klaren sein, dass, wenn keine öffentliche Meinung der Völker für die Abschaffung der Atomwaffen vorhanden ist, diese nicht durchgeführt werden kann.

Die Völker als solche müssen gegen die Atomwaffen sein, wenn es gelingen soll, diese loszuwerden. (S. 136/137)

Ich bin der Zuversicht, dass der aus der Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse. Meiner Ansicht nach gibt es kein anderes Schicksal der Menschheit als dasjenige, das sie sich durch ihre Gesinnung selber bereitet. Darum glaube ich nicht, dass sie den Weg des Niedergangs bis zum Ende gehen muss.

Finden sich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeiten lauter und tief genug sind, dass die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesinnung in der Menschheit hervorzubringen.

Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit. Ethische Welt- und Lebensbejahung enthält optimistisches Wollen und Hoffen unverlierbar in sich. Darum fürchtet sie sich nicht davor, die trübe Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. (S. 163)

(Quelle: Albert Schweitzer, „Die Ehrfurcht vor dem Leben”, München 1966, ISBN 3 406 49448X)

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